Wettbewerb ›Klima kommunal‹: Klimakommune Cremlingen nutzt Preisgeld für viele kleine Klimaschutzprojekte

Vertreter der Gemeinde Cremlingen bei der Preisübergabe 2018, © Ulrich Pucknat

Im Wettbewerb ›Klima kommunal 2018‹ wurde die Gemeinde Cremlingen als Niedersächsische Klimakommune ausgezeichnet. Jetzt können sich Gemeinden, Städte und Landkreise wieder um Geldpreise und den Titel 2020 bewerben.

Der Wettbewerb wird gemeinsam von den kommunalen Spitzenverbänden Niedersachsens und dem Niedersächsischen Umweltministerium ausgerufen und zeichnet alle zwei Jahre herausragende Klimaschutzprojekte niedersächsischer Kommunen aus. Das Ministerium stellt 100.000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) ist mit der Organisation und Durchführung betraut. Bis zum 31. März 2020 läuft die Bewerbungsphase im niedersächsischen Wettbewerb ›Klima kommunal‹. Neben zahlreichen Preisen für Leuchtturmprojekte und einem Zukunftspreis wird der Titel ›Niedersächsische Klimakommune 2020‹, dotiert mit 20.000 Euro, vergeben. 2018 ging diese Auszeichnung an die Gemeinde Cremlingen für ihr Engagement für Energieeffizienz im Gebäudebereich. Die KEAN hat mit Bürgermeister Detlef Kaatz über die Teilnahme am Wettbewerb und den Klimaschutz in der kleinen Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel gesprochen.

Klimaschutz und Dorfattraktivität zusammen gedacht

„Wir betrachten den Klimaschutz schon seit Jahren als unsere Aufgabe“, betont Bürgermeister Detlef Kaatz. Cremlingen hat bei der Freigabe von Freiflächen zur Bebauung hohe energetische Standards gesetzt: Grundstückskäufer verpflichten sich, mindestens ein KfW-Effizienzhaus 55 zu bauen. Aber auch die Förderung der Altbaumodernisierung wurde von der Verwaltung in Cremlingen für den Wettbewerb eingereicht – und ausgezeichnet. „Wir wollen die Dorfkerne stärken – zum Erhalt der Gebäude und um die Attraktivität für alle Generationen in unserer Gemeinde zu stärken. Dieses Ziel haben wir nicht neu erfunden, es ist schon seit Jahren Kern der Politik“, berichtet Detlef Kaatz. Den KfW-Standard 55 möchte die Gemeinde bei Neubauten und bei der Sanierung von Altbauten auch zukünftig einhalten. „Dies schaffen wir unter anderem durch eine besondere Wärmedämmung, aber auch durch Solarthermie“, erklärt Detlef Kaatz.

Preisgeld für weitere Klimaschutzprojekte genutzt

Mit dem Preisgeld aus dem Wettbewerb hat Cremlingen zahlreiche Klimaschutzprojekte vorangetrieben: „Wir haben ein E-Bike für Dienstfahrten unserer Mitarbeitenden angeschafft und bringen Ladestationen zur Förderung der E-Mobilität an“, zählt der Bürgermeister auf.

Die Gemeinde möchte ihre Bürger ermutigen und unterstützen den privaten Gebäudebestand energetisch auf den neuesten Stand zu bringen und damit einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. „Für viele Bauherren ist es heutzutage selbstverständlich ein energieeffizientes Gebäude zu bauen. Da geht es vor allem um die finanziellen Einsparungen und die Wertsteigerung des Eigenheims.“

Geförderte Altbausanierung in der Gemeinde Cremlingen, © Gemeinde Cremlingen

Anzahl der Altbaumodernisierungen steigt

Auch in den Zahlen der Verwaltung sind positive Entwicklungen seit der Auszeichnung als ›Niedersächsische Klimakommune 2018‹ zu erkennen: Die Anzahl der Zuwendungsanträge für Altbaumodernisierungen waren in 2019 ungefähr doppelt so hoch wie in den Jahren zuvor. Durch die Sanierungen aus dem Förderprogramm Altbaumodernisierung werden jährlich 1.404 Tonnen CO2 eingespart.“, berichtet der Verwaltungschef. „Jeder Euro im Haushalt wird natürlich für Pflichtaufgaben gebraucht. Aber wie kriegt man es hin, aus Förderprogrammen Klimaschutz zu finanzieren?“, hat sich Detlef Kaatz gefragt. Die Antwort sind Drittmittel und Förderprogramme, unter anderem vom Landkreis Wolfenbüttel. So werden die Klimaschutzprojekte nicht nur aus der eigenen Gemeindekasse finanziert. „Ende 2019 haben wir beschlossen, für die Haushaltsjahre 2020 bis 2024 jedes Jahr 30.000 Euro für das Förderprogramm Altbaumodernisierung zur Verfügung zu stellen. Zudem wird derzeit wird die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Das Ziel sollte sein, dass wir klimaneutrale Kommune werden. Wir werden weiter aktiven Klimaschutz betreiben und uns stärker dafür einsetzen, öffentliche Flächen im Mischbaumbestand zu bepflanzen. Diese Aufforstung wird zusätzlich CO2 einsparen. Darüber hinaus wollen wir Photovoltaik im öffentlichen Bereich weiter stärken. Denn jeder kann etwas tun und wir müssen Vorbild für die Bevölkerung sein.“

Bürgermeister Detlef Kaatz kann sich gut vorstellen, dass sich Cremlingen auch dieses Mal wieder um eine Auszeichnung im Wettbewerb ›Klima kommunal‹ bewirbt: „Es zählt auch immer der olympische Gedanke und wir haben viele kleine Projekte, die wir einreichen könnten.“ Die Gemeinde Cremlingen kann eine Teilnahme am Wettbewerb Klima kommunal also nur empfehlen. „Auch wenn man kein Preisgeld in dem Wettbewerb erhält, können wir Kommunen voneinander lernen und unser Engagement deutlich machen. Der Aufwand ist für alle Beteiligten überschaubar. Im Gegenteil: Die gegenseitigen Anregungen machen die Entwicklung von neuen Klimaschutzprojekten deutlich leichter, wenn man auf die Erfahrungen anderer Kommunen zurückgreifen kann Es gibt so viele Projekte, die einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir alle können gemeinsam die Herausforderung Klimaschutz annehmen und vorantreiben“, fasst Detlef Kaatz zusammen.

Der Wettbewerb ›Klima kommunal‹

Am Wettbewerb können niedersächsische Kommunen aller Größen, von der Mitgliedsgemeinde bis zum Landkreis teilnehmen. Willkommen sind auch interkommunale Klimaschutzprojekte sowie Projekte, die von kommunalen Unternehmen, Verbänden, Stadtwerken und regionalen Energieagenturen umgesetzt werden. Diese können über eine Kommunalverwaltung eingereicht werden.

Eingereicht werden können Projekte,

-          die bereits abgeschlossen sind oder sich noch in der Durchführung befinden sowie innovative Projektideen: zum Beispiel

-          zur Energieeffizienz in Liegenschaften,

-          Kommunikation und Bildung für den Klimaschutz,

-          Förderung von Klimaschutz in Unternehmen und Haushalten vor Ort,

-          Versorgung mit Erneuerbaren Energien und deren Speicherung,

-          zu Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und

-          zur klimafreundlichen Mobilität.

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine 8-köpfige Fachjury. Zur feierlichen Preisverleihung im Spätsommer 2020 werden alle teilnehmenden Kommunen eingeladen. Weitere Infos und die Teilnahmeunterlagen stehen im Internet unter 
www.klimaschutz-niedersachsen.de/klimakommunal bereit.