Die Stadt Nordhorn hat ein ausgezeichnetes Klimaschutzprojekt

Vertreter der Stadt Nordhorn bei der Preisübergabe 2018, © Ulrich Pucknat

Beim niedersächsischen Wettbewerb ›Klima kommunal‹ können sich Kommunen um Geldpreise und den Titel ›Niedersächsische Klimakommune‹ bewerben. Die Stadt Nordhorn hat 2018 einen Preis erhalten und profitiert noch heute davon.

Bis zum 31. März 2020 läuft noch die aktuelle Bewerbungsphase im niedersächsischen Wettbewerb ›Klima kommunal‹. Der Wettbewerb wird gemeinsam von den kommunalen Spitzenverbänden Niedersachsens und dem Umweltministerium des Landes ausgerufen und zeichnet alle zwei Jahre herausragende Klimaschutzprojekte niedersächsischer Kommunen aus. Das Ministerium stellt 100.000 Preisgeld zur Verfügung. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) ist mit der Organisation und Durchführung betraut. Neben dem Titel ›Niedersächsische Klimakommune 2020‹, dotiert mit 20.000 Euro, werden weitere Preise für ›Leuchtturmprojekte‹ vergeben. Besonders innovative Projektideen gehen ins Rennen für den ›Zukunftspreis Klima kommunal 2020‹, der mit 5.000 Euro dotiert ist. 2018 ging diese Auszeichnung an die Stadt Nordhorn für das Mobilitätsprojekt „Ausbau von Komfortradwegen“. Die KEAN hat mit Stadtbaurat Thimo Weitemeier über die Teilnahme am Wettbewerb und ihr ausgezeichnetes Projekt gesprochen.

„Nordhorn ist eine Stadt, die sich mit Klimaschutz seit Langem beschäftigt. Bereits in den 90er Jahren haben wir die Stelle einer Umweltbeauftragten eingerichtet, das Hochbauamt hat die Aufgabe des kommunalen Energiemanagements übernommen und der Radverkehr ist in diesem Kontext für klimaneutrale Mobilität ein politisches Thema“ erzählt Thimo Weitemeier. So war es für ihn und seine Fachkolleginnen und -kollegen auch kein Schweres sich für den Wettbewerb zu bewerben. „Wenn man ein tolles Projekt hat und mit Herzblut dabei ist, ist der Aufwand zur Beteiligung sehr überschaubar“ erinnert sich der Stadtbaurat.

© Stadt Nordhorn

Radverkehr gewinnt in Nordhorn Aufmersamkeit

Die Stadt Nordhorn im Landkreis Grafschaft Bentheim hat sich den Rückgang des motorisierten Individualverkehr zur Aufgabe gemacht und ermöglicht mit dem Ausbau ihrer Radwege komfortables und sicheres Radfahren. „Viele Kommunen scheuen den Wandel, dem nichtmotorisierten Verkehr Vorrang zu gewähren. Anders die Stadt Nordhorn. Mit dem Ausbau der Komfortradwege zeigt die Kommune, wie eine gute Infrastruktur für klimafreundlichen Radverkehr gestaltet sein kann“, so die Erklärung der Jury vor zwei Jahren.

Mit der Auszeichnung kam auch eine Summe von 5.000 Euro in die Kassen der Stadt. „Die Mittel des Förderpreises haben wir für die Markierungsarbeiten zur Ausweisung und Optimierung weiterer Fahrradstraßen in Nordhorn genutzt“, berichtet Timo Weitemeier.

Doch mit der Auszeichnung kam nicht nur eine finanzielle Belohnung in die Stadt an der niederländischen Grenze. „Es gab mit dem Projekt und durch die Auszeichnung definitiv auch noch einmal eine größere Akzeptanz unter den Menschen, was den Radverkehrsausbau in unserer Stadt betrifft“, kann Thimo Weitemeier heute, mehr als ein Jahr nach der Auszeichnung berichten. „Wir teilen den Erfolg natürlich unseren politischen Gremien mit und berichten im Rat davon. Die Politik ist da geschlossen sehr stolz drauf. Das motiviert uns in der Verwaltung alle, an dem Thema klimafreundliche Mobilität dran zu bleiben. Diese Motivation treibt uns an, Klimaschutzprojekte ambitionierter umzusetzen und etwas in diesem Bereich zu machen.“

Auch die regionale Presse ist von der Begeisterung für den Radverkehr in Nordhorn angesteckt worden und hat sogar eine Sonderreihe zum Thema veröffentlicht. „Durch den Wettbewerb ist die Präsenz in den Medien und in der Politik sowie in den Köpfen der Bevölkerung weiter verstetigt worden“, erinnert sich Thimo Weitemeier. „Seit der Auszeichnung gibt es immer mehr Radtouristen. Ich habe zahlreiche Anfragen aus anderen Städten bekommen, die sich unsere Routen und unser Wegenetz zeigen lassen wollten und sehr interessiert daran waren, wie wir vorgegangen sind.“ Somit sind die Pläne für das kommende Jahr nicht weniger ambitioniert: „Radverkehr ist natürlich durch die Klimabewegung das Thema – nicht nur bei uns in Nordhorn. Im Jahr 2019 wurde in Nordhorn eine vorhandene Bahnstrecke für den Personenverkehr reaktiviert. In diesem Kontext werden die Bahnhöfe als Mobilitätsdrehscheiben weiterentwickelt. So sollen die Menschen erst gar nicht in ein Auto steigen, sondern alle Wege mit ÖPNV oder Fahrrad zurücklegen. Wir sind auch mit dem Landkreis dran, Car Sharing zu bekommen und sind bei der E-Mobilität breit aufgestellt. Es läuft und passiert also sehr viel in Nordhorn. Das ist ein Bereich in dem keiner bremst. Wir stellen uns ökologisch weit auf.“

Teilnahme am Wettbewerb 2020?

Thimo Weitemeier hält sich die Option offen, sich auch in der aktuellen Wettbewerbsrunde wieder zu beteiligen und ein Projekt aus der Stadt Nordhorn einzureichen. Bis zum 31. März 2020 können sich Kommunen noch um Geldpreise und den Titel ›Niedersächsische Klimakommune 2020‹ bewerben.

Der Wettbewerb ›Klima kommunal‹

Am Wettbewerb können niedersächsische Kommunen aller Größen, von der Mitgliedsgemeinde bis zum Landkreis teilnehmen. Willkommen sind auch interkommunale Klimaschutzprojekte sowie Projekte, die von kommunalen Unternehmen, Verbänden, Stadtwerken und regionalen Energieagenturen umgesetzt werden. Diese können über eine Kommunalverwaltung eingereicht werden.

Eingereicht werden können Projekte,

-          die bereits abgeschlossen sind oder sich noch in der Durchführung befinden sowie innovative Projektideen: zum Beispiel

-          zur Energieeffizienz in Liegenschaften,

-          Kommunikation und Bildung für den Klimaschutz,

-          Förderung von Klimaschutz in Unternehmen und Haushalten vor Ort,

-          Versorgung mit Erneuerbaren Energien und deren Speicherung,

-          zu Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und

-          zur klimafreundlichen Mobilität.

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine 8-köpfige Fachjury. Zur feierlichen Preisverleihung im Spätsommer 2020 werden alle teilnehmenden Kommunen eingeladen. Weitere Infos und die Teilnahmeunterlagen stehen im Internet unter 
www.klimaschutz-niedersachsen.de/klimakommunal bereit.