Niedersachsen mit starkem Zuwachs bei Solarenergie

Landesklimaschutzagentur rät: PV-Anlage jetzt installieren

Hannover, 18.09.2018 - Das Interesse an einer eigenen Solarstrom-Anlage ist bei Hauseigentümern in Niedersachsen in diesem Jahr deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) nach Auswertung der aktuellen Installationszahlen.

Wurden 2017 Photovoltaik-Anlagen mit etwa 120 Megawattpeak (MWp) installiert, so waren es im ersten Halbjahr 2018 bereits 91 MWp und somit etwa 47 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 62 MWp. Die gesamte installierte Leistung in Niedersachsen betrug bis Ende 2017 rund 3.737 Megawatt. Damit liegt Niedersachsen an vierter Stelle im Vergleich der Bundesländer.

Auch wenn Niedersachsen weiterhin einen sehr hohen Anteil an Windkraft bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat, holt die Solarenergie insbesondere bei den Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern stark auf.

„Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben erkannt, dass der selbst erzeugte Strom deutlich billiger ist als der gekaufte Strom“, erklärt Barbara Mussack von der KEAN. „Bei Gestehungskosten von nur etwa 12 Cent pro kWh liegen die Vorteile, insbesondere für einen hohen Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms auf der Hand – gerade weil der eingekaufte Netzstrom im Bundesdurchschnitt rund 30 Cent pro kWh kostet.“ Die in den vergangenen Jahren deutlich gesunkenen Preise für PV-Anlagen und Batteriespeicher seien zudem ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung, so Mussack.

Darüber hinaus gibt es aus Sicht der KEAN derzeit günstige gesetzliche und organisatorische Rahmenbedingungen, die man nutzen und noch in diesem Jahr eine PV-Anlage bauen sollte.

 

Einspeisevergütung mitnehmen

Wer jetzt eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung installiert, sichert sich langfristig eine vernünftige Einspeisevergütung. Derzeit erhält der Solarstrom-Erzeuger bei Anlagen mit einer Leistung bis 10 kWp noch 11,95 Cent pro kWh – und das für die nächsten 20 Jahre ab dem Monat der Inbetriebnahme. Für die Gesamtkalkulation einer Anlage spielt die Einspeisevergütung durchaus eine Rolle und da diese Vergütung kontinuierlich sinkt heißt es, schnell zu handeln!

 

Speicherförderung bis Jahresende nutzen

Werden PV-Anlagen mit einem Batteriespeicher ergänzt, so kann der selbst erzeugte Strom in noch größerem Umfang genutzt werden. Auch abends oder in den frühen Morgenstunden ist der Eigenstrom verfügbar, sei es für Licht und Haushaltsgeräte oder für das Aufladen eines E-Autos. Mit einem Speicher können bis zu 70 Prozent des selbst erzeugten Stroms genutzt werden.

PV-Anlagen mit Batteriespeicher werden jedoch nur noch bis zum Jahresende von der KfW im „Programm 275“gefördert. 10 Prozent Tilgungszuschuss gibt es, wenn Anlage und Speicher über einen KfW-Kredit finanziert werden.

 

Solar-Check Beratung sichern

Vor der Entscheidung für eine Anlage sollte eine unabhängige Beratung stehen. Mit den Solar-Checks, die die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen landesweit organisiert, erhalten Hauseigentümerinnen und –eigentümer fundierte Informationen darüber, welche Anlage sich für ihr Wohngebäude eignet.

Die Solar-Check- Beratungen laufen ebenfalls nur noch wenige Wochen in diesem Jahr. Interessenten finden die regionalen Anlaufstellen für eine vor-Ort-Beratung in einer Übersicht der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: www.klimaschutz-niedersachsen.de/sonne

 

Letzte Hindernisse beseitigen

Als überflüssigen Hemmschuh bei der Verbreitung der Solarstrom-Anlagen sieht die KEAN den bürokratischen Aufwand bei der Inbetriebnahme und der steuerlichen Berechnung des Anlagenertrags. Die EU setzt sich derzeit mit einer Änderung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie dafür ein, dass der Betrieb von kleineren Solarstromanlagen in den Mitgliedsstaaten erleichtert wird. Dann ist auch Deutschland gezwungen, bürokratische Hemmnisse abzubauen und den Betrieb zu vereinfachen. Ungeachtet dessen wird der Trend zu mehr Solarenergie in Niedersachsen anhalten. „Solarstrom-Anlagen werden künftig auf fast jedem Hausdach zu finden sein, denn günstiger und sauberer lässt sich Strom nicht erzeugen“, ist Barbara Mussack sicher. 


Pressekontakt:
Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH
Christoph Linden
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