Solarenergie stärken - auf Förderdeckel verzichten

KEAN: Keine signifikanten Kostensteigerungen zu erwarten

Hannover, 06.11.2018 – Der Ausbau der Solarenergie droht ins Stocken zu geraten, wenn die Einspeisevergütung für PV-Neuanlagen bereits im Jahr 2020 wegfallen sollte – bedingt durch die im EEG festgelegte Deckelung bei 52 Gigawatt (GW) installierter Leistung in Deutschland. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen hat nachgerechnet: Das Streichen des Ausbaudeckels hat kaum Auswirkungen auf den Strompreis.

In Niedersachsen stieg der Zubau von PV-Strom allein im ersten Halbjahr 2018 um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach langen Jahren sehr geringer Zubauraten würde diese positive Dynamik stark gebremst, wenn die Einspeisevergütung für PV-Neuanlagen wegfiele. Dies könnte bereits im Laufe des Jahres 2020 der Fall sein, wenn die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte maximale Installationsmenge von 52 GW erreicht ist.

Die KEAN hält den Deckel für ein erhebliches Risiko: „Ohne den konsequenten Ausbau der Solarenergie werden wir die gesteckten Ziele bei den erneuerbaren Energien nicht erreichen. Schlimmer noch: Mit dem Wegfall der Einspeisevergütung ist mit einem erneuten Einbrechen des deutschen PV-Marktes zu rechnen“, sagt Lothar Nolte, Geschäftsführer der KEAN.

Abgesehen von einem fatalen Signal für das Gelingen der Energiewende, gibt es auch kein ökonomisches Argument für die Deckelung. „Pro 10 GWp, die neu installiert werden, kann man konservativ mit einer Kostenbelastung der Verbraucher über die EEG-Umlage in Höhe von rund 0,1 ct/kWh rechnen“, erläutert Nolte die Abschätzung.

Berücksichtigt man, dass die EEG-Umlage allein von 2018 auf 2019 um ca. 0,3 ct/kWh sinkt, wäre der Wegfall der Deckelung schon kostenneutral zu haben.

 

Ausbaudynamik darf nicht abgewürgt werden

Das niedrige Ausbauziel der Bundesregierung von 2,5 GW wird dieses Jahr endlich wieder erreicht oder vielleicht sogar leicht übertroffen werden, nachdem dies in den Vorjahren deutlich verfehlt wurde.  Auch in Niedersachsen wurde die Trendwende geschafft. „Diese Dynamik dürfen wir jetzt nicht abwürgen. Wir sollten froh sein, dass es wieder stärker voran geht mit der PV, nachdem die Neuinstallationen zwischen 2012 und 2017 um über 80 Prozent eingebrochen sind“, betont Lothar Nolte.

Gerade für Privathaushalte ist die Eigenerzeugung von Solarstrom wieder interessant geworden, insbesondere durch die stark gesunkenen Kosten für Solarmodule. Darin liegt zudem die Chance, die Energiewende im privaten Bereich mit hoher Akzeptanz zum Erfolg zu führen. „Das Interesse an den Beratungs- und Informationsangeboten der KEAN ist weiterhin ungebrochen. 2018 wurden in Niedersachsen bislang über 1.400 Solar-Checks für Privathaushalte durchgeführt, über 130 kleine und mittlere Unternehmen haben seit 2017 eine Impulsberatung Solar in Anspruch genommen und auch für Kommunen wurde das Angebot in diesem Spätsommer aufgelegt“, so Nolte.

Die Bundesregierung sollte somit dringend die im EEG vorgesehene Deckelung der Solarenergie beenden und das positive Stimmungsbild in der Bevölkerung für den Ausbau erneuerbarer Energien nutzen.

 

Pressekontakt:
Christoph Linden
Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH
Osterstr. 60, 30159 Hannover
Tel: 0511 897039-17
christoph.linden@klimaschutz-niedersachsen.de

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