Nachhaltige Wärmeversorgung: Die Nordseeküste will mit gutem Beispiel vorangehen

Varel-Dangast, 15.02.2018– Wie kann die Tourismusregion Nordseeküste mit ihren Bädern, Hotels und Unterkünften klimaschonend mit Wärme versorgt werden? Um diese Frage drehte sich die heutige Veranstaltung „Nachhaltige Wärmeversorgung für die Tourismusregion Nordseeküste“ im Nordseebad Dangast. Denn in Regionen mit viel Tourismus gibt es häufig einen hohen Wärmebedarf für Unterkünfte, Bäder etc. Da liegt es nahe, sich um die Wärmeversorgung Gedanken zu machen. Zudem gibt es an der Nordseeküste viel Windenergie, Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies sieht in deren Nutzung für die Wärmeversorgung viel Potenzial.

Die Insel Borkum hat sich vorgenommen, bis zum Jahr 2030 eine emissionslose Insel zu werden und setzt dabei auf Windenergie. Sie soll für die Stromversorgung, aber auch für den Betrieb von Wärmepumpen und für Mobilität verwendet werden. Beim Gastgeber Dangast ist geplant, ein Wärmenetz mit Abwärme aus einer Papierfabrik im nahgelegenen Varel zu betreiben und so das örtliche Bad und weitere Verbraucher mit Wärme zu versorgen. Auch hier sollen Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Dies sind nur zwei von mehreren Beispielen für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung, die bei der Veranstaltung vorgestellt wurden. Rund 100 Teilnehmer aus Kommunen, Ingenieurbüros und Politik diskutierten die verschiedenen Möglichkeiten und tauschten sich über Technik, Finanzierungsmöglichkeiten und die richtige Planung aus.

Dabei wurde immer wieder deutlich, dass eine vorausschauende kommunale Wärmeplanung eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg ist. Denn nur mit einer umsichtigen Planung können bestehende und bisher nicht beachtete Wärmequellen wie zum Beispiel das Erdreich, Fabriken oder Abwasseranlagen in die Wärmeversorgung integriert werden. Gleichzeitig müssen Gebäude so energieeffizient wie möglich gestaltet und betrieben werden. Als Beispiel für eine hocheffiziente Niedertemperaturlösung wurde das Moskaubad in Osnabrück vorgestellt, das unter anderem die Wärme aus dem Rückspülwasser für die Beheizung des Beckenwassers zurückgewinnt.

 

Umweltminister Olaf Lies sagte bei der Veranstaltung: „Die Energiewende muss auch mit einer Wärmewende einhergehen. Die Herausforderung ist es, fossile Brenn-und Kraftstoffe durch Erneuerbare Energien auch außerhalb des Strombereichs zu ersetzen und zum Beispiel für eine emissionsarme Wärmeversorgung der Städte und Kommunen zu verwenden. Kommunen spielen dabei  für die CO2-freie Wärmeversorgung und Umsetzung vor Ort die entscheidende Rolle. Hier gibt es eine Reihe von Ansätzen, wie zum Beispiel die Nutzung von Abwärme aus Industrie und Gewerbe oder aber der Einsatz von Wärmepumpen. Die nutzbaren Potenziale an Wind- und Sonnenenergie sind an der Nordseeküste sehr groß. Ich würde mich freuen, wenn die norddeutschen Kommunen auch bei der emissionsarmen Wärmeversorgung Vorreiter sein können.“

 

Dass sich verschiedene Kommunen an der Nordseeküste bereits auf den Weg zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung gemacht haben, wurde aus den Beiträgen und Diskussionen deutlich. Die Kommunen setzen damit ein starkes Zeichen für den Klimaschutz, das den vielen Besuchern der Region nicht verborgen bleiben wird. Und sie zeigen, dass die Tourismusregion Nordseeküste nicht nur bei der Erzeugung von Windstrom, sondern auch bei der nachhaltigen Wärmeversorgung ganz vorne dabei sein will.

 

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Minister Olaf Lies spricht bei der Veranstaltung "Nachhaltige Wärmeversorgung für die Tourismusregion Nordseeküste", ©Mohssen Assanimoghaddam