"Elterntaxis - Was tun gegen dicke Luft vor der Schule?": KEAN und Landesschulbehörde stellen neue Unterrichtmaterialien für Grundschulen vor

Hamelns Bürgermeister Claudio Griese und KEAN-Geschäftsführer Lothar Nolte mit Schülerinnen der Grundschule Rohrsen. © Hameln Fotografie, Christian Manthey

Hannover, den 26.08.2019 – Viele Eltern bringen ihre Kinder morgens mit dem Auto zu Schule und denken, damit tun sie ihnen etwas Gutes. Doch das Gegenteil ist allzu oft der Fall: Durch die sogenannten Elterntaxis entstehen immer öfter gefährliche Situationen vor den Schulen – für die anderen wie für die eigenen Kinder. Auch für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder ist ein selbstständig zurückgelegter Schulweg besser, zum Beispiel zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus. Und nicht zuletzt leisten die Kinder damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und bauen frühzeitig umweltschonende Verhaltensroutinen auf.

Um Grundschullehrerinnen und -lehrer in ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen, haben die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und die Niedersächsische Landesschulbehörde zum Start des neuen Schuljahrs gemeinsam neue Unterrichtsmaterialien entwickelt. Die Broschüre „Elterntaxis - Was tun gegen dicke Luft vor der Schule?“ beinhaltet Hintergrundwissen zu nachhaltiger und sicherer Mobilität, erfolgreiche Praxisbeispiele von niedersächsischen Schulen sowie altersgerecht aufbereitete Unterrichtseinheiten. Zudem wird ein Überblick über bereits bestehende Angebote und Maßnahmen gegeben, wie die Einrichtung eines „Schulbusses auf Füßen“ oder von sogenannten Elternhaltestellen.

Zur Veröffentlichung überreichten KEAN-Geschäftsführer Lothar Nolte und Julia Holtzhauer, Fachberaterin für Bildung für nachhaltige Entwicklung der Niedersächsischen Landesschulbehörde, einen Satz der neuen Broschüren an die Schulleiterin Birgit Albrecht und ihre Schülerinnen und Schüler von der Grundschule Rohrsen in Hameln. An der Grundschule Rohsen setzen sich die Lehrkräfte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler und deren Eltern regelmäßig für einen klimafreundlichen und sicheren Schulweg ein und werden auch als ein gutes Beispiel aus Niedersachsen in den Unterrichtsmaterialien genannt.

Bei der Übergabe unterstrich Lothar Nolte die Bedeutung vom Engagement der Schulen für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), auch im Bereich der alltäglichen Mobilität: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das heißt konkret: Wenn Kinder schon früh lernen, den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu meistern, tragen sie nicht nur zu ihrer eigenen Sicherheit und Selbständigkeit bei. Sie leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“.

Julia Holtzhauer ergänzt: „Wenn Kinder nicht von ihren Eltern zur Schule gefahren werden, sondern den Schulweg allein oder gemeinsam mit anderen Kindern zurücklegen, wirkt sich dies positiv auf die geistige und körperliche Entwicklung aus. Schon nach kurzer Zeit ist die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht erhöht. Dies führt zu Lernerfolgen bei den Kindern und einem besseren Lernklima in der Klasse. Auch die räumliche Orientierungskompetenz wird gestärkt“.

Bereits 2016 haben die KEAN und die Niedersächsische Landesschulbehörde gemeinsame Unterrichtsmaterialien zum Klimaschutz für die Klassen 3 bis 5 erstellt. Diese wurden aufgrund der hohen Nachfrage bereits aktualisiert und nachgedruckt. Die neue Broschüre knüpft an diese Veröffentlichung an und erweitert sie um Arbeitshilfen zur wachsenden Herausforderung durch Elterntaxis.

Mehr Informationen, beide Unterrichtsmaterialien zum Download sowie Kontaktdaten für die Bestellung von Druckexemplaren (solange der Vorrat reicht) unter: www.klimaschutz-niedersachsen.de/grundschule.

Schülerinnen und Schüler der Grundschule Rohrsen zeigen die neue Broschüre. © Hameln Fotografie, Christian Manthey

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