Jahresbericht 2023

Energetische Gebäudeoptiminierung

Das Jahr 2023 war für den Gebäudesektor geprägt von den Diskussionen um die Ausgestaltung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), veränderten Förderbedingungen und weiterhin hohen Energiekosten. Gestiegene Bauzinsen sorgten zudem dafür, dass energetisches Bauen und Sanieren weiter gebremst wurde. Dennoch - oder gerade deshalb - stieg in der Zeit die Nachfrage nach Energieberatungen und Energiespar-Tipps.

Im vergangenen Jahr herrschte eine zum Teil große Verunsicherung im Gebäudebereich - maßgeblich ausgelöst durch die unglückliche Ausgestaltung und Kommunikation des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Denn der Kreis der Betroffenen war denkbar groß: Ob Energieberater:innen, Planer:innen, Hauseigentümer:innen und jene, die es werden wollten, aber auch die Heizungsindustrie und das Handwerk standen in gewisser Weise auf der Bremse - obwohl sie gerne anders gewollt hätten. Hinzu kamen Herausforderungen im Bereich der Finanzierung - zum einen durch gestiegene Bauzinsen wie auch dem Aussetzen von Förderprogrammen.

Das Thema Energieberatung stand somit im Fokus der Arbeit. Neben den etablierten Beratungsangeboten entwickelten wir im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministerium eine breit angelegte "Energiespar-Beratung Private Wohngebäude", die mit Unterstützung von knapp 400 zusätzlichen Energieberater:innen aus dem Handwerk für eine große Zahl an Haushalten eine Einstiegsberatung bieten sollte.

Ein weiterer Schwerpunkt lag - wie in den Jahren zuvor - auf Informations- und Weiterbildungsangeboten für Energieberater:innen sowie der Auszeichnungskampagne "Grüne Hausnummer".

Beratungsangebote

Die Anzahl der in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Niedersachsen durchgeführten Energieberatungen lag mit gut 6.400 nur wenig unter dem Wert des Vorjahres: Rund 1.850 x Clever heizen, 1.600 PV-Beratungen sowie 2.950 Beratungen zur Gebäudehülle "Gut beraten: Energiesparen". Hinzu kamen etwas mehr als 1.100 Wärmepumpen-Beratungen, die neu platziert wurden.

Das neue Beratungsformat "Energieeinspar-Beratung für private Wohngebäude" startete im Februar 2023 und ergänzte die bestehenden Angebote sehr gut: Über 4.200 Beratungen wurden bis zum Jahresende durchgeführt, eine deutlich höhere Zahl bereits beauftragt. Somit konnten im Bereich der privaten Wohngebäude von der KEAN mit ihren Kooperationspartnern im Jahr 2023 annähernd 12.000 Beratungen umgesetzt werden - was einen neuen Höchststand markiert.

Fachliche Qualifizierung und Information

Die Beratungsnachfrage zu Wärmepumpen im Bestand und zur Photovoltaik war so anhaltend hoch, dass die Fortbildungsangebote für Berater:innen auch im Jahr 2023 einen Arbeitsschwerpunkt bildeten. Ein weiterer Schwerpunkt war und ist die Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen, mit der ebenfalls verschiedene Fortbildungs- und Informationsangebote auf den Weg gebracht wurden. Die Seminare zu PV an Gebäuden und zur Umweltwärmenutzung sind mittlerweile fester Bestandteil des Fortbildungsprogramms der Kammer.

Darüber hinaus konnte gemeinsam mit der Architektenkammer und anderen Akteuren aus Niedersachsen und Bremen das Veranstaltungsformat „Grüner Montag“ etabliert werden, das ebenfalls Fachinformationen bietet. Insbesondere die fassaden-spezifischen Seminare zu energetischen Sanierungen wurden so gut an- und wahrgenommen, dass sie nicht nur mehrfach wiederholt, sondern zusätzlich für die Kolleginnen und Kollegen der Staatshochbauämter gesondert angeboten wurden.

Grüne Hausnummer

Bei der Auszeichnungskampagne „Grüne Hausnummer“ hat es im Jahr 2023 wieder einen deutlichen Zuwachs an verliehenen Hausnummern gegeben: Insgesamt 242 Gebäude wurden ausgezeichnet, fast einhundert mehr als im Vorjahr. Im Mai 2023 fand zum mittlerweile siebten Mal die Verleihung der Landespreise statt - mit Umweltminister Christian Meyer und vielen Preisträger:innen.

Damit sind nun rund 1.800 Grüne Hausnummern seit 2015 verliehen worden. Wir haben bei manchen mal nachfragt: Welche Erfahrungen haben Sie seitdem gemacht? Wieviel Energie sparen Sie ein? Sind Sie zufrieden mit der Sanierung, was würden Sie heute ggf. anders machen?

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