Jahresbericht 2023

Energetische Gebäudeoptiminierung

Das Jahr 2023 war für den Gebäudesektor geprägt von den Diskussionen um die Ausgestaltung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), veränderten Förderbedingungen und weiterhin hohen Energiekosten. Gestiegene Bauzinsen sorgten zudem dafür, dass energetisches Bauen und Sanieren weiter gebremst wurde. Dennoch - oder gerade deshalb - stieg in der Zeit die Nachfrage nach Energieberatungen und Energiespar-Tipps.

Im vergangenen Jahr herrschte eine zum Teil große Verunsicherung im Gebäudebereich - maßgeblich ausgelöst durch die unglückliche Ausgestaltung und Kommunikation des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Denn der Kreis der Betroffenen war denkbar groß: Ob Energieberater:innen, Planer:innen, Hauseigentümer:innen und jene, die es werden wollten, aber auch die Heizungsindustrie und das Handwerk standen in gewisser Weise auf der Bremse - obwohl sie gerne anders gewollt hätten. Hinzu kamen Herausforderungen im Bereich der Finanzierung - zum einen durch gestiegene Bauzinsen wie auch dem Aussetzen von Förderprogrammen.

Die Informationsarbeit der KEAN genoss daher eine große Aufmerksamkeit. Neben den etablierten Beratungsangeboten entwickelten wir im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministerium eine breit angelegte "Energiespar-Beratung Private Wohngebäude", die mit Unterstützung von Energieberater:innen aus dem Handwerk für eine große Zahl an Haushalten eine Einstiegsberatung bieten sollte.

Ein weiterer Schwerpunkt lag - wie in den Jahren zuvor - auf Informations- und Weiterbildungsangeboten für Energieberater:innen. 

 

werden konnte. Gerade im Bereich der Förderprogramme gab es viele Neuerungen und Informationen, und erneut zeigen viele Beispiele aus der Praxis, dass die energetische Sanierung von Gebäuden ein Erfolgsmodell ist – mit hohem Wohnwert, effektivem Klimaschutz und erfreulichen Kosteneinsparungen.

Beratungsangebote

Im Bereich der privaten Wohngebäude stieg die Zahl der Energieberatungen auf knapp 7.100 und erreichte einen Rekordwert. Dabei kam der Solarberatung mit gut 3.900 Beratungen der Löwenanteil zu. Neben der Solarenergie stand im Bereich der erneuerbaren Energien der Wärmebereich im Fokus der Aufmerksamkeit, insbesondere die Wärmepumpe.

Besonders in diesem Jahr war auch, dass rund die Hälfte aller Beratenen über Online-Gruppenberatungen erreicht wurden. Das zeigt, dass das Interesse an dieser Form der Beratung sehr hoch ist und für viele auch die geeignete Form der Erstberatung ist. 

Zum Jahresende beschloss die Landesregierung die Finanzierung eines zusätzlichen Energieberatungsangebots - der Energiespar-Beratung Private Wohngebäude. Dieses richtet den Blick auf kurzfristige Energieeinsparungen und soll deutlich mehr Haushalte ansprechen, als dies mit den bisherigen Angeboten möglich ist. Dazu wurde ein Konzept erarbeitet und mit dem Fachministerium abgestimmt. Der Start der Energiespar-Beratung Private Wohngebäude war für Februar 2023 geplant und wurde auch umgesetzt.

Insgesamt ist das Interesse von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer an Informationen rund um die energetische Gebäudeoptimierung sehr stark gestiegen. Das spiegelt sich erneut auf der Internetseite wider: Die Seite "Förderprogramme für Hauseigentümer" hatte mit über 56.000 Besuchen im Jahr 2022 fast doppelt so viele wie im Jahr 2021.

Fachliche Qualifizierung und Information

Um all diese Beratungsangebote umsetzen zu können, braucht es erfahrene und qualifizierte Energieberaterinnen und -berater. Doch selbst die erfahrensten benötigen "Auffrischungen" in technischen Fragen, aber auch bei den vielfältigen, sich - gerade im Jahr 2022 - häufig ändernden Förderprogrammen. Wir haben hier einen Schwerpunkt gesetzt und im vergangenen Jahr Informationsveranstaltungen zu den Förderprogrammen des Landes und des Bundes, Seminare zu technischen Anlage sowie fachspezifische Tagungen und Workshops mit insgesamt über 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. 

Untermauert haben wir dieses mit Fachpublikationen - als umfassende Broschüre, oder auch kurz gefasstem Informations-Flyer. 

Grüne Hausnummer und Projekte

Im Rahmen der Auszeichnungskampagne „Grüne Hausnummer“ wurden im Jahr 2022 landesweit 149 Hausnummern vergeben. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr 2021, was jedoch an geänderten Teilnahmebedingungen liegt. Das Interesse wie auch die öffentliche Wahrnehmung ist weiterhin sehr hoch in den Regionen und den Medien. Mittlerweile bestehen viele gute Beispiele für erfolgreiche Sanierungen.

Durch den rasanten Anstieg der Energiekosten wird das Beheizen von Wohnungen zu einem geradezu drückenden Kostenfaktor für viele Mieterinnen und Mieter. Das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Forschungsprojekt „Feldanalyse zur Betriebs-Optimierung von Mehrfamilienhäusern", kurz FeBOp-MFH, entwickelte ein intelligentes Mess- und Analysesystem zur Bewertung der Effizienz von Heizzentralen in Mehrfamilienhäusern und lieferte wichtige Erkenntnisse. Das Projekt wurde im Sommer 2022 erfolgreich abgeschlossen - mit einem Leitfaden für Handwerker, Planer und Energiedienstleister sowie einer Abschlussveranstaltung.

Ein weiteres Projekt konzentriert sich dagegen auf öffentliche Gebäude. "Starke Bauherren - Gute Gebäude" unterstützt öffentliche Einrichtungen bei ihren Bauprojekten – von der Planung bis in den Betrieb. Ziel ist es, die Rolle der öffentlichen Bauherren im Planungs- und Bauprozess zu stärken und die Projekte einfacher, schneller und wirtschaftlicher zu realisieren. Hier fanden im Jahr 2022 Workshops sowie ein Projekttermin in Braunschweig statt. Zudem wurde ein Bericht eines Teilprojektes vorgestellt.

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