Publikationen der KEAN

Broschüren, Informationsblätter, Faktenpapiere und Leitfäden der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen.

Studien und Analysen anderer

Die Forschung bietet vielfältige Fakten auf Datenbasis, die zum Teil über Jahre und Jahrzehnte fortgeschrieben werden. Auf diese Weise erhalten wir ein zunehmend klares Bild über den Zustand unseres Klimas und die Entwicklungen im Bereich der Energiewende. Eine Auswahl aktueller Studien und Analysen haben wir hier zusammengestellt.

  • Klimawandel

    Klimareport und Klimawirkungsstudie Niedersachsen

    Das Niedersächsische Umweltministerium hat im Mai 2019 die „Klimawirkungsstudie Niedersachsen" veröffentlicht. Diese stellt eine umfangreiche Datenbasis zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Grundwasser, Böden und Oberflächengewässer zur Verfügung. Im Juni 2018 wurde bereits mit dem Klimareport Niedersachsen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine Grundlage zur Veränderung des Klimas in Niedersachsen veröffentlicht. Die Klimawirkungsstudie nimmt diesen als Basis und betrachtet die Beeinträchtigung einiger wichtiger Handlungsfelder durch den Klimawandel.

  • Energiewende allgemein

    Systemvergleich speicherbarer Energieträger aus erneuerbaren Energien

    In einem treibhausgasneutralen Energiesystem ist der Einsatz synthetischer und speicherbarer Energieträger aus erneuerbarem Strom oder aus erneuerbarer Biomasse unumstritten. Klar ist auch, dass unterschiedliche Pfade für die Bereitstellung dieser Energieträger unterschiedliche Umweltwirkungen entfalten. Das ifeu, DLR und JOANNEUM Research haben diese in einer Studie für das Umweltbundesamt untersucht. Ziel der Studie ist es, Umweltwirkungen unterschiedlicher Pfade für die Bereitstellung dieser Energieträger möglichst vollständig darzustellen. Neben Treibhausgas-Emissionen werden dafür auch andere umweltrelevante Parameter, wie Wasser-, Flächen-, Rohstoffverbrauch etc. im Zuge des Anlagenbetriebs und der Anlagenerrichtung betrachtet.

    Die Studie stellt zusammenfassend heraus, dass Treibhausgas-Emissionen durch speicherbare Energieträger aus erneuerbaren Quellen gegenüber fossilen Alternativen fast durchweg um 80% verringert werden können. Setzt man die Notwendigkeit der Nutzung dieser Energieträger voraus, werden damit nahezu alle untersuchten Pfade dem Effizienzgedanken im Hinblick auf Treibhausgas-Emissionen gerecht.
    Neben der Treibhausgaswirkung sind anderweitige Emissionen wie auch der Verbrauch natürlicher Ressourcen im Sinne des Effizienzgedanken zu beachten. Hier zeigt die Studie: Abhängig vom Bereitstellungspfad scheint der Verbrauch dieser Güter sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Eine integrale Betrachtung ist geboten, um die gesellschaftliche Akzeptanz für ein auf erneuerbaren Energien basierendes Energiesystem sicher zu stellen. Welche Pfade vor dem Hintergrund gesetzter Klimaschutzziele akzeptabel sind, bleibt zukünftigen gesellschaftspolitischen Diskussionen überlassen. Die Studie kann hierfür erste Anhaltspunkte liefern.

    Forschungszentrum Jülich: Wege für die Energiewende

    Juli 2020: Das Institut für Energie- und Klimaforschung des Forschungszentrums Jülich hat unterschiedliche „Wege für die Energiewende" hinsichtlich ihrer Kosteneffizienz und technischen Umsetzbarkeit analysiert. Dafür wurden zwei Transformationsszenarien entwickelt, welche eine 80- bzw. 95-prozentige Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 zum Ziel haben. Das -95 Prozent-Szenario entspricht den Pariser Klimaschutzzielen. Die Szenarien sollen weitestgehend alle Wechselwirkungen der gesamten nationalen Energieversorgung (Nutzungskonkurrenzen, regional unterschiedlicher Ausbau Erneuerbarer Energien, Im- und Exporte von Energie, etc.) abbilden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass beide Szenarien technisch umsetzbar sind und auch volkswirtschaftlich sinnvoll erscheinen, da Kosten für Klimafolgenanpassungen die Kosten der Szenarienumsetzung um ein vielfaches übertreffen.

    Die Maßnahmenportfolios für die genannten Szenarien unterscheiden sich allerdings stark. Dabei sind Maßnahmen, die für eine 80-prozentige Reduktion der THG-Emissionen sinnvoll sind, teilweise kontraproduktiv für das Erreichen einer 95-prozentigen Reduktion. Die Forscher regen daher an, die mit den Minderungsstrategien verbundenen Investitionen bereits heute klar am 95 Prozent-Ziel auszurichten. Weiterhin machen sie deutlich, dass ein massiver Ausbau erneuerbare Energien sowie Effizienzmaßnahmen im Gebäude und der Industrie eine „herausragende Bedeutung" haben werden.

    Energiewendebericht Niedersachsen

    Das niedersächsische Umweltministerium veröffentlicht einen jährlichen Monitoringbericht zum Stand der Energiewende in Niedersachsen.

    Agora Energiewende: "Die Kosten von unterlassenem Klimaschutz für den Bundeshaushalt"

    September 2018: Die Agora-Energiewende hat am 17.09.2018 eine Studie vorgestellt, welche „Die Kosten von unterlassenem Klimaschutz für den Bundeshaushalt" untersucht. Es wird deutlich, dass Deutschland in den kommenden Jahren die EU-weit festgelegten Klimaschutzziele in den Bereichen „Verkehr, Landwirtschaft und Gebäude" deutlich verfehlen wird.

    In der Folge muss Deutschland hohe Ausgleichszahlungen leisten – von bis zu 60 Mrd. Euro ist in der Studie die Rede. Wäre es nicht sinnvoller, dass Geld in wirksame Klimaschutzmaßnahmen in den genannten Bereichen zu investieren?

    AEE: Metaanalyse "Die Digitalisierung der Energiewende"

    August 2018: Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine Metaanalyse veröffentlicht, welche die Bedeutung der Digitalisierung für die Energiewende untersucht. Dazu wurden die Ergebnisse und Einschätzungen aus 37 Studien, Fachbeiträgen und Positionspapieren ausgewertet. Themenschwerpunkte waren virtuelle Kraftwerke, Smart Grids, Blockchain-Technologie, Digitales Lastmanagement sowie der Energieverbrauch durch Informations- und Kommunikationstechnologie.

    Die Analyse der AEE verdeutlicht, dass eine weitreichende Digitalisierung des Energiesystems in verschiedenen Bereichen für Effizienzgewinne sorgen kann, wodurch ihr bei der Umsetzung der Energiewende eine wichtige Rolle zukommt. Dennoch bleiben große Herausforderungen bestehen, wie z.B. die zunehmende Komplexität, die Datensicherheit oder auch der rasant steigende Energiebedarf der Digitalisierung.

    McKinsey: "Energiewende-Index"

    Der Energiewende-Index betrachtet seit 2012 alle sechs Monate den Status der Energiewende in Deutschland entlang der drei Dimensionen des energiewirtschaftlichen Dreiecks: Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Innerhalb dieser Dimensionen werden jeweils fünf relevante Indikatoren analysiert und aktuell daraufhin bewertet, inwieweit sie ihre für 2020 geplanten Zielwerte im geplanten Zeitverlauf der Energiewende erreicht haben.

  • Energieeffizienz

    Agora Energiewende: "Wert der Effizienz im Gebäudesektor in Zeiten der Sektorenkopplung"

    November 2018: Die Agora Energiewende hat eine umfassende Studie mit dem Titel „Wert der Effizienz im Gebäudesektor in Zeiten der Sektorenkopplung" vorgestellt. Trotz aller Anstrengungen stagniert die Sanierungsrate im Gebäudesektor seit Jahren.

    Kein Wunder, dass der Ruf nach Alternativen lauter wird. Gerade mit Blick auf die Sektorenkopplung werden zum Beispiel synthetische Brennstoffe als Ersatz für Erdgas und Heizöl verstärkt in den Blick genommen. Die Kernaussage der Studie ist jedoch: Klimaschutz im Gebäudebereich ist ohne eine anspruchsvolle Effizienzpolitik nicht realistisch.

    Energieeffizienz-Index EEI: Energiewende in Unternehmen läuft

    Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energieeffizienz – und bildet dies im „Energieeffizienz-Index EEI" ab. Und der sieht gut aus: zum Winter 2019 ist der Index wieder leicht gestiegen. Das heißt, die Unternehmen wollen Energie einsparen und tun auch etwas dafür.

  • Wärme

    Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Bundesweite Verbraucherbefragung zum Thema Wärmepumpen

    August 2019: Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa damit beauftragt, 751 Eigentümer von Wärmepumpen zu ihren Erfahrungen mit den Geräten zu befragen. Das Ergebnis zeigte einerseits, dass die Nutzer zum überwiegenden Teil sehr zufrieden mit der Technik sind, andererseits wurde aber auch deutlich, dass nur die wenigsten wissen, ob die Anlage so effizient funktioniert, wie erwartet.

    Studie: Abwärmepotenziale in Niedersachsen

    14.09.2017: Eine Studie befasst sich mit den Abwärmepotenzialen für verschiedene Anwendungsgebiete in Niedersachsen. Sie bietet eine wichtige Unterstützung für die kommunale Wärmeplanung. Es werden systematische Ansätze zur Potenzial-bestimmung der energieintensiven Industriebranchen einer Region, Kreises, Stadt und Einzelunternehmen entwickelt und beispielhaft angewendet.

    Zudem steht ein Tool zur schnellen Potenzialermittlung von theoretischen Abwärmequellen und -senken in Gewerbe- bzw. Industriegebieten bereit.

    Die Studie wurde vom Kompetenzzentrum Energie der Hochschule Osnabrück im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministeriums durchgeführt. Die KEAN hat die Studie begleitet.

  • Mobilität

    KfW-Reserach: Der lange Weg zu nachhaltiger Mobilität –Rückenwind durch den Corona-Lockdown?

    05/2020: Die Luftqualität zählt zu den wenigen Gewinnern der Corona-Krise. Der momentane Lockdown lässt sogar die Treibhausgas­emissionen schrumpfen: Nach jahrelangem Stillstand wird im Verkehrssektor für 2020 eine deutliche Reduktion erwartet. Doch selbst im aktuellen Ausnahmejahr sind die Emissionen noch weit von dem Niveau entfernt, das für eine Erreichung der Sektorziele 2030 erforderlich ist. Die Studie befasst sich mit den aktuellen Emissionszahlen des Verkerhssektors und den Chancen, jetzt Ansätze für zukunftsfähige Verkehrssysteme umzusetzen.

    Studie "Mobilität in Deutschland" im Auftrag des BMVI

    Die Studie "Mobilität in Deutschland (MiD)" im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hat im Jahr 2017 untersucht, wie viel, warum und mit welchen Verkehrsmitteln die Deutschen unterwegs sind. Diese Ergebnisse sind mit Zahlen der Umfrage aus den Jahren 2008 und 2002 verglichen worden. Jetzt liegen erste Ergebnisse der Studie in Form eines Kurzreports und erster Tabellen vor. Es zeigt sich, dass das Auto in der Kilometerbilanz Anteile an die anderen Verkehrsträger verliert; die Fahrleistung absolut jedoch zugenommen hat. Der größte Gewinner ist der öffentliche Verkehr mit Bussen und Bahnen. Der Anteil gefahrener Personenkilometer steigt hier von 15 Prozent auf 19 Prozent. Ursächlich hierfür ist vor allem das Mobilitätsverhalten der Jüngeren sowie der Menschen in den Städten. In ländlichen Räumen spielt das Auto weiterhin die entscheidende Rolle. Trotz allem bleibt insgesamt das Auto das meistgenutzte Verkehrsmittel, auch in Niedersachsen. Hier entfallen 61 Prozent des Verkehrsaufkommens auf das Auto, 39 Prozent auf Fußwege, das Fahrrad und Öffentliche Verkehrsmittel.

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