IGS Kreyenbrück: Altes Schulgebäude in neuem Glanz

Die IGS Kreyenbrück in Oldenburg ist die erste seriell sanierte Schule in Niedersachsen und wurde im Anschluss mit PV-Anlagen und Wärmepumpen ausgestattet. Damit ist die Schule ein gutes Beispiel für eine konsequente energetische Sanierung eines kommunalen Gebäudes. Energiesparen und Nachhaltigkeit spielen auch im Schulalltag eine große Rolle.

Neue Fassade in Rekordzeit durch serielle Sanierung

Nach der Sanierung von Innenräumen und dem Neubau der Mensa begann 2016 die Planung der energetischen Sanierung der IGS Kreyenbrück. Die Stadt entschied sich für eine serielle Sanierung: Geschosshohe Fassadenelemente in Holztafelbauweise wurden im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert. Alle erforderlichen Teile wie Fenster oder Dämmung waren bereits integriert. Insgesamt wurden so circa 2.400 Quadratmeter Fassadenfläche erneuert. Lediglich die Fassaden der Innenhöfe wurden aufgrund der schlechten Zugänglichkeit auf konventionellem Wege ersetzt. In Verbindung mit der Dachsanierung wurden die Gebäude energetisch auf den neuesten Stand gebracht. So konnte der rechnerische Energieverbrauch um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Bis 2022 wurden zwei PV-Anlagen auf den Dächern installiert. Ihre Erträge und die damit eingesparte Menge CO₂ sind auf einem Bildschirm in der Schule sichtbar. 2024 kam eine Wärmepumpe mit Speicher und die Warmwasseraufbereitung für die Mensa dazu. Im selben Jahr wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auf dem Schuldach in Betrieb genommen. Das Wärmepumpen-Hybridsystem versorgt mit einem noch vorhandenen Gas-Brennwertkessel zur Abdeckung der Spitzenlasten das Schulgebäude und den Mensaanbau an besonders kalten Tagen mit Wärme. Zusätzlich wurde für die Trinkwarmwasser-Bereitstellung in der Mensa eine Booster-Wärmepumpe eingebaut.

Vor der Sanierung...

Anbringen der vorgefertigten Fassadenelemente...

Nach der Sanierung.

Fakten und Maßnahmen:

  • Serielle Sanierung der Außenfassaden, Vor-Ort-Sanierung der Lichthöfe
  • Flachdachsanierung
  • Anzahl der Vollgeschosse: 2
  • Nutzfläche (wärmerelevant): 8.340 m²
  • Baujahr: 1972 / 1976 / 1996
  • Baufertigstellung Fassadensanierung: 2020
  • Energieverbrauch vor | nach der Sanierung: 130 kWh/ m² NGFe | 59 kWh/ m² NGFe
  • Investitionsvolumen: 5,6 Mio. Euro

 

Carolin Ickert von der Stadt Oldenburg war für die Planung der Außenfassaden verantwortlich: „Im direkten Vergleich zur seriellen Sanierung war die konventionelle Fassadensanierung an den Innenhöfen zwar 20 Prozent günstiger, dafür hatte die serielle Sanierung aber viele Vorteile: Die Bauzeit vor Ort wurde deutlich reduziert. Die gröbsten Arbeiten am Schulgebäude konnten so jeweils in den Sommerferien erledigt werden. Neben der Zeit- und Personalersparnis bei der Montage wurde zudem eine präzisere Fertigung möglich. Insbesondere die Abdichtungs- und Klebearbeiten lassen sich deutlich sorgfältiger und damit nachhaltiger durchführen“.

PV-Anlage auf dem Dach...

Wärmepumpenspeicher...

Anzeigetafel mit CO2-Einsparung

Klimaschutz- und Energiesparen in der Schule

  • Energiesparmaßnahmen im Gebäude: optimierte Heizkörperthermostate (inkl. Abdrehen beim Lüften), LED-Beleuchtung, schaltbare Steckerleisten und Bewegungsmelder.
  • Ressourcenschonung bei Wasser und Material: Spartasten und Sensorsysteme für Wasser, Einsatz von Recyclingpapier sowie zeitgesteuertes Abschalten von Geräten in der Verwaltung.
  • Abfallvermeidung und -trennung: Mehrwegsysteme mit Pfand für Becher und Geschirr sowie konsequente Mülltrennung.
  • Förderung nachhaltiger Lebensweise: Fahrradaktionen und Fahrradwerkstatt-AG sowie regelmäßige Treffen der Garten-AG mit Fokus auf ökologische Zusammenhänge.
  • Nachhaltige Schulverpflegung: überwiegend Bio-Lebensmittel, tägliche vegetarische Angebote mit Salatbuffet, ergänzend gelegentlich Fleisch- oder Fischgerichte.
  • Auszeichnungen und Projekte: Bio-Zertifizierung (2025), Goldsiegel für die Schulmensa in Oldenburg, Teilnahme an der „AG Klimagesunde Mensa“ sowie Aktionen wie „Verschwenden beenden“.

Auch bei der jährlichen Aktion „Oldenburg räumt auf“ ist die Schule seit vielen Jahren dabei: Schüler:innen aus dem 5. und 6. Jahrgang sammeln an diesem Tag im Frühjahr am Schulgebäude als auch an weiteren Orten des Stadtteils Müll. Für ihr Umweltbildungsprogramm wurde die IGS Kreyenbrück bereits mehrfach als „Internationale Nachhaltigkeitsschule/Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet.

Ehrenamt als Schulfach!

Eine Besonderheit an der IGS Kreyenbrück ist Lernen durch Engagement (LdE). Durch ein einjähriges Ehrenamt werden Schüler:innen im 8. Jahrgang in sozialen Kompetenzen geschult. Dabei kooperiert die Schule mit einer Vielzahl an Verbänden, Vereinen und Einrichtungen in Oldenburg und Umgebung. Eine Möglichkeit des LdE-Einsatzes ist einmal monatlich im Repair-Café: Organisiert von den Schüler:innen und mit Unterstützung von Ehrenamtlichen der Stadt werden dort Fahrräder und Elektrogeräte repariert sowie Näh- und Holzarbeiten durchgeführt. Damit werden die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung sowie ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und handwerkliche Fähigkeiten gefördert.

Mensa-Salatbuffet aus dem Schulgarten...

Müllsammel-Aktion

Repair-Café

Mehr Infos

IGS Kreyenbrück

Stadt Oldenburg: Sanierung von Dach und Fassade

Serielle Sanierung IGS Kreyenbrück und Energiesprong-Prinzip

Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen mit Schul-AG „Klimagesunde Mensa“ und Aktion „Verschwenden beenden – Tellerresten auf der Spur!“

Video: IGS Kreyenbrück als Projektschule „AG Klimagesunde Mensa“ der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen

Kontakt

Ruth Märtin

0151 526 324 83
ruth.maertin [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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