Klimaschutz zum Anfassen

Mitmach-Tool „Klimawaage“

Mit der Klimawaage wird nachhaltiges Handeln sprichwörtlich begreifbar: Unter dem Motto „Klimaschutz im Alltag - worauf kommt’s an?“ zeigt sie spielerisch, wie sich unsere alltäglichen Handlungen auf die eigene CO₂-Bilanz auswirken: Wie viel CO₂ lässt sich einsparen, wenn man das Auto stehen lässt oder beim Einkaufen genauer hinschaut? Das Mitmach-Tool kann vielfältig eingesetzt werden und motiviert Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu nachhaltigem Handeln.

Was ist eine Klimawaage?

Die Klimawaage wurde 2025 vom Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (KNK) und dem Umweltbundesamt (UBA) entwickelt. Ihr Einsatz hat sich bereits jetzt in Schulen, bei Projekttagen, in Workshops oder auch an Infoständen bei Klima-Aktionstagen bewährt. Das Mitmach-Tool hilft dabei, ins Gespräch zu kommen und das eigene Handeln zu reflektieren. Dabei ist kein spezielles Vorwissen nötig, sodass die Klimawaage bereits ab einem Alter von etwa acht Jahren genutzt werden kann. Sie vermittelt Orientierung, stärkt das Bewusstsein für das eigene Handeln und zeigt, wie Klimaschutz im Alltag umsetzbar ist.

Einsatz im Unterricht, Bastelanleitung und Verleihstellen

Dank einer detaillierten Bastelanleitung des KNK kann die Klimawaage auch in Projektwochen oder Klima-AGs als DIY nachgebaut und für einen ganzheitlichen Bildungsansatz im Unterricht oder außerschulisch genutzt werden. Dazu gibt es umfangreiche Begleitmaterialien zu Klimaschutz und nachhaltigem Konsum, den Berechnungen des Tools und Tipps für den Einsatz in der Praxis. Für den Einsatz im Unterricht gibt es vom KNK eine Unterrichtseinheit nach BNE-Richtlinien mit mehreren Arbeitsblättern für die Klassenstufen 7 bis 12, die einen Fächerbezug zu Sozialkunde, Wirtschaft, Politik, Ethik, Philosophie, Hauswirtschaft, Erdkunde / Geografie haben.

Wer die Klimawaage nicht selbst nachbauen möchte, kann sich auch an die Verleihstellen wenden: In Niedersachsen befinden sich diese in Göttingen, Hannover, Syke und Wilhelmshaven. Als kompakte Variante gibt es auch ein Kartenspiel zum Prinzip der Klimawaage, das als Druckvorlage heruntergeladen werden kann.

Die Klimawaage im Einsatz: Landtagspräsidentin Hanna Naber zeigt sich begeistert.

Jede Dose steht für eine bestimmte Handlung aus den Themenbereichen Ernährung, Mobilität, Strom, Wohnen und bewusster Konsum.

Wie funktioniert die Klimawaage?

Grundlage ist eine Balkenwaage mit zwei Waagschalen. Dazu gibt es eine Reihe von Dosen, die unterschiedlich schwer befüllt sind. Jede Dose steht für eine bestimmte Handlung aus einem von fünf Themenbereichen: Ernährung, Mobilität, Strom, Wohnen und bewusster Konsum. Das Gewicht der Dosen entspricht der Menge an CO₂, die durch unterschiedliche Alltagshandlungen eingespart werden kann.

Beim Spielen können beispielsweise zwei Dosen miteinander verglichen werden. Wer wissen möchte, ob „Sparduschkopf einbauen“ oder „vorwiegend regionale und saisonale Ernährung“ einen größeren Effekt hat, legt beide Dosen auf die Waage. Die Seite, die stärker nach unten sinkt, zeigt die größere CO₂-Einsparung. So lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Alltagsgewohnheiten besonders klimafreundlich sind. Dabei beziehen sich alle Berechnungen auf eine durchschnittliche Person und auf den Zeitraum eines Jahres. Zudem sind die einzelnen Handlungen in zwei Kategorien eingeteilt: Sie zeigen, ob man durch eine Maßnahme den eigenen CO₂-Fußabdruck verkleinert oder den ökologischen Handabdruck vergrößert.

Fuß- und Handabdruck: Zwei Seiten des eigenen Handelns

Der Begriff des ökologischen Fußabdrucks ist vielen bekannt: Er beschreibt die Summe der Emissionen, die man selbst verursacht. Der Handabdruck ergänzt dieses Bild um eine wichtige weitere Dimension: Er steht für Handlungen, mit denen man Einfluss auf andere nimmt und gemeinsames Handeln anstößt. Wenn sich beispielsweise eine Person dafür entscheidet, sich nachhaltiger zu ernähren oder Energie zu sparen und andere dazu anregt, das Gleiche zu tun, kann der Beitrag eine viel größere Wirkung entfalten. Die Klimawaage macht diese Zusammenhänge deutlich: Sie zeigt, dass klimafreundliches Verhalten nicht nur den eigenen Fußabdruck verbessert, sondern durch Engagement und das Teilen von Ideen auch die CO₂-Bilanz anderer Menschen positiv beeinflusst werden kann.

Konzentration auf die „Big Points“

Tipps, wie man nachhaltiger leben kann, gibt es viele. Aber nicht alle Maßnahmen haben denselben Effekt. Da Zeit und Budget begrenzt sind, ist es sinnvoll, den Blick auf die sogenannten „Big Points“ zu lenken. Diese besonders wirkungsvollen Hebel machen einen großen Unterschied beim Einsparen von Treibhausgasen. Schon wenige dieser großen Schritte genügen, um den CO₂-Fußabdruck deutlich zu verkleinern. Die Klimawaage kann dabei helfen, genau dies zu erkennen und zu priorisieren: Welche Entscheidungen bringen tatsächlich etwas und wo darf man guten Gewissens kleinere Schritte gehen? So steht neben dem spielerischen Lernen also auch die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil im Mittelpunkt.

Weitere Informationen und Materialien finden sich auf den Webseiten von KNK und UBA.

Kontakt

Ruth Märtin

0151 526 324 83
ruth.maertin [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Newsletter
abonnieren