Mehr Unabhängigkeit - mehr Sicherheit

Energie sparen in Kommunen

Deutschland ist in hohem Maße abhängig von Energieimporten - insbesondere bei Öl und Gas. Der Krieg in der Ukraine macht deutlich, dass wir davon unabhängiger werden müssen: Durch Energiesparen, energetische Gebäudeoptimierung und konsequenter Nutzung erneuerbarer Energien. Was Kommunen tun können - dazu ein paar Tipps.

Klimaschutz bedeutet Energiesparen. Kommunen, die aktiven Klimaschutz betreiben, senken ihren Strom- und Wärmeverbrauch und ersetzen fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien. Die KEAN berät Kommunen seit 2014 bei der Einführung eines Kommunalen Energiemanagements (KEM).

Für alle Kommunen, die in der aktuellen Situation durch Einsparungen in den eigenen Liegenschaften den kommunalen Haushalt entlasten, aber auch ihrer Vorbild- und Signalfunktion für Haushalte und Unternehmen in ihrer Region nachkommen wollen, findet sich auf dieser Seite ein Crashkurs zum Energiesparen, ein Kurz-Überblick zum kommunalen Energiemanagement sowie Anregungen für die Verwaltungsspitze und die Kommunalpolitik zu einem kompetenten Umgang mit der Energiekrise. 

Crashkurs Energiesparen in Kommunen

Jede Kommune hat eine wesentliche Vorbild- und Signalfunktion für Haushalte und Unternehmen vor Ort. Darüber hinaus gilt es, den kommunalen Haushalt durch Einsparungen in den eigenen Liegenschaften zu entlasten. In der folgenden Handreichung "Crashkurs Energiesparen in Kommunen" sind Maßnahmen erklärt, die ohne großen finanziellen Aufwand – also kurzfristig umsetzbar – zu Energieeinsparungen in kommunalen Liegenschaften führen.

Der Crashkurs Energiesparen richtet sich vorrangig an Mitarbeitende in Bauämtern und der Gebäudeunterhaltung und thematisiert umfangreich das Thema Heizungsoptimierung - stellt zudem aber auch Energiesparmaßnahmen für Warmwasserbereitung, Lüftungsanlagen, Strom für Beleuchtung und IT-Infrastruktur näher dar. Im letzten Abschnitt geht es um die richtige Kommunikation  – ein Thema, das auch für die Verwaltungsspitze und Kommunalpolitik interessant ist.

Der Crashkurs Energiesparen wurde bewusst im PDF-Format veröffentlicht, damit er in den Kommunen zahlreich geteilt und zur besseren Handhabung leicht gedruckt werden kann. 

Kommunales Energiemanagement

Klimaschutz bedeutet Energiesparen. Kommunen, die aktiven Klimaschutz betreiben, senken ihren Strom- und Wärmeverbrauch und ersetzen fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien. Wir beraten Kommunen dabei seit 2014 bei der Einführung eines Kommunalen Energiemanagements (KEM).

All jene Kommunen, die ein Kommunales Energiemanagement betreiben, haben eine gute Ausgangssituation, um sich auf die Gasmangellage einzustellen. Kommunen, die einen aktuellen Energiebericht zu den kommunalen Liegenschaften vorliegen haben, können hieraus ableiten, wie Energie eingespart werden kann und was die Preissteigerungen im Energieeinkauf für ihren Kommunalhaushalt bedeutet.

  • Ein Kommunales Energiemanagement aufbauen

    Um dauerhaft die Energiekosten zu senken und die Energieeffizienz in kommunalen Liegenschaften zu steigern, dient ein fachgerechtes Kommunales Energiemanagement (KEM). Durch das Erkennen von Einsparpotenzialen und daraus folgende nicht- und geringinvestive Maßnahmen können die Energiekosten um bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Durch die Preissteigerungen ab 2022 amortisiert sich der Aufwand zur Einführung eines KEM schnell, zumal der Bund die Einführung und Erweiterung eines Kommunalen Energiemanagement-Systems über die Kommunalrichtlinie fördert. Weitere Informationen zum kommunalen Energiemanagement 

    Bereits durch nicht- und geringinvestive Maßnahmen können Kommunen viel Energie und Gas sparen. shutterstock_Dmitry_Kalinovsky_379725988 

  • Energieberichterstattung regelmäßig durchführen

    Das Niedersächsische Klimagesetz verpflichtet Kommunen zur regelmäßigen Energieberichterstattung. Die KEAN unterstützt Kommunen mit diversen Faktenpapieren, Anleitungen und einem Musterenergiebericht. Diese sind vor allem als Hilfestellung für Kommunen gedacht, die sich im Rahmen der Berichtspflicht zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen. Mehr erfahren

    Die Energieberichtserstellung wird ab 2022 zur kommunalen Pflichtaufgabe. Bildquelle: Jeanette Dietl, shutterstock.cm

  • Kom.EMS zur Unterstützung nutzen

    Das Kommunale EnergieManagementSystem Kom.EMS ist ein Werkzeug für den Aufbau, den laufenden Betrieb und die Zertifizierung eines wirksamen Energiemanagement-Systems in kommunalen Verwaltungen. Die KEAN bietet niedersächsische Kommunen die Möglichkeit, ihr Energiemanagement mit Kom.EMS kostenfrei umzusetzen und zertifizieren zu lassen. Eine Nutzung des Tools ist auch ohne das Ziel einer Zertifizierung möglich. Mehr erfahren 

    Die Implementierung und Erweiterung eines systematischen Energiemanagements durch kontinuierliche Erfassung und Steuerung des Strom-, Wärme- und Wasserverbrauchs zur Reduzierung der Energie- und Ressourcenverbräuche wir im Rahmen der Kommunalrichtlinie vom Bund gefördert. 

    Das Tool Kom.EMS erleichtert Kommunen das kommunale Energiemanagement.

  • Schulungen für Hausmeisterinnen und Hausmeister in Anspruch nehmen

    Zur erfolgreichen Einführung eines systematischen kommunalen Energiemanagements sind fachkundige und motivierte Hausmeisterinnen und Hausmeister entscheidend. Die KEAN bietet Kommunen unterschiedliche Schulungen für Hausmeisterinnen und Hausmeister zum Thema "Energieeinsparung in Gebäuden" an.

     

    Gut geschulte Hausmeisterinnen und Hausmeister tragen erheblich zur Effizienzsteigerung bei! Bildquelle: 288246074shutterstock_goodluz

     

  • Veranstaltungsangebote nutzen

    Darüber hinaus bietet die KEAN regelmäßig Informationsveranstaltungen und Schulungen für verschiedene Zielgruppen und Themenschwerpunkte im Kommunalen Energiemanagement an. Zu den aktuellen Veranstaltungen

    Ob online oder in Präsenz - wir freuen uns, Sie bei einer unserer Veranstaltungen weiterführend zu informieren. Bildquelle: Stefan Koch

Das können kommunale EntscheiderInnen tun

Die aktuelle Situation ist in allen Kommunal-Verwaltungen bereits herausfordernd und noch ist nicht absehbar, was im Herbst und Winter auf die Kommunen zukommt. Entscheidungen, die aktuell in Niedersachsens Kommunen diskutiert werden gehen von Einsparungen bei der Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsmärkten bis zur Einrichtung von Wärmeräumen in Bibliotheken und Mehrzweckhallen, damit sich Menschen hier aufwärmen können.

Verständlicherweise verunsichern diese Themen die Menschen vor Ort. Daher ist es sinnvoll, bereits jetzt Vorbereitungen für den Notfall zu treffen und Maßnahmen zwischen Kommunalpolitik und Verwaltungsspitze einzuleiten. Folgende Maßnahmen können Kommunen kurzfristig umsetzen.

  • Verantwortliche Person für Energiethemen (im Rahmen der Energiekrise) benennen

    Finden Sie eine Person im Bauamt, die Fäden knüpft und diese zusammenhält. Üblicherweise die Energiemanagerin oder der Energiemanager. Übertragen Sie dieser Person die entsprechenden Kommunikations- und Entscheidungsbefugnisse im Rahmen der Energiekrise.

    In aller Regel ist die Personaldecke in kommunalen Bauämtern dünn. In Niedersachsen wurde in der Bauverwaltung die Zahl der Beschäftigten, die auf 1.000 EinwohnerInnen kommen, zwischen 1995 bis 2015 fast halbiert.* Der Personalabbau hat zur Folge, dass Planungsaufgaben nach außen vergeben werden, die Eigenfertigungsquote kommunaler Liegenschaften sinkt und einhergehend auch Know-how im Gebäudemanagement verlagert wird. Gleichzeitig steigen die energetischen Anforderungen und der Technisierungsgrad nimmt zu.

    Auch wenn es kurzfristig nicht hilft – für den Aufbau und die Unterhaltung eines Kommunalen Energiemanagements kann eine Personalaufstockung im Bauamt notwendig sein. Aktuell wird dieses vom Bund mit bis zu 70 Prozent gefördert (Stand August 2022). Weitere Informationen 

    Es sollte geklärt werden, wer in Energiefragen verantwortlich ist. Fotolia_contrastwerkstatt

     

    *Quelle: Gornig, Martin/Michelsen, Claus (2017): Kommunale Investitionsschwäche: Engpässe bei Planungs- und Baukapazitäten bremsen Städte und Gemeinden aus, DIW Wochenbericht Nr. 11/2017, Abbildung 8

  • Energiesparplan inklusive Dienstanweisung Energie erarbeiten und beschließen

    Erarbeiten Sie kurzfristig einen Energiesparplan mit den grundlegenden Zielen und einem Budgetrahmen für die Umsetzung von geringinvestiven Maßnahmen (beispielsweise Durchführung Hydraulischer Abgleich, Erneuerung Tür- und Fensterdichtungen, Installation Bewegungsmelder). Hilfestellung bietet der Crashkurs Energiesparen für Kommunen. Kommunale Liegenschaften mit hohem Energieverbrauch sollten hierbei möglichst individuell berücksichtigt werden.

    Bestandteil des Energiesparplans kann eine „Dienstanweisung Energie" für Beschäftigte der Kommunen sein. Ein Muster steht im Kom.EMS-Wissensportal Energiemanagement zur Verfügung, die Registrierung ist kostenfrei. 
    Um ihre volle Wirkung entfalten zu können, sollte der Energiesparplan als Vorschrift von der Verwaltungsspitze, besser noch von dem obersten politischen Gremium in der Kommune, beschlossen und in Kraft gesetzt werden.

    Kommunen sollten einen Energiesparplan mit Dienstanweisung Energie beschließen. Bildquelle: Marcin Balcerzak, iStock

  • Öffentlichkeitsarbeit: Kommune als Vorbild

    Wenn Illuminierung des Rathauses und andere Einsparmaßnahmen umgesetzt werden, kann die Kommune auch Anregungen an Unternehmen und Hauseigentümerinnen und -eigentümer geben, ebenfalls so viel Energie zu sparen wie möglich. So hat sich Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann bereits Mitte Juni öffentlich geäußert: „Jede einzelne Maßnahme mag klein wirken. In der Summe aber können wir gemeinsam eine größere Wirkung entfalten als wir vielleicht annehmen. Wir können die Energiekrise nur gemeinsam meistern".

    Koordinieren Sie Ihre Kommunikation mit lokalen Energieversorgern. Kommunale Stadtwerke kennen die Energieverbräuche – und damit die voraussichtlichen Mehrkosten für private Haushalte und Unternehmen. Die Unternehmen haben engen Kontakt zu den Menschen vor Ort und sind damit wichtiger Kooperationspartner für Krisenkommunikation von Städten und Gemeinden.

    Nutzen Sie für Ihre Öffentlichkeitsarbeit gerne die Energiespartipps für die Zielgruppen Unternehmen und Privatpersonen der KEAN – kopieren ist hier ausdrücklich erwünscht.

Weitere Informationen

Niedersachsen - Gemeinsam durch die Energiekrise

Viele relevante gesellschaftliche Akteure wie die öffentliche Hand mit Land und Kommunen, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirchen, Energieversorger und Sozialverbände haben sich zusammengefunden, um gemeinsam Lösungen für die Menschen in Niedersachsen umzusetzen. Ihnen gemeinsam ist das Ziel, alles zu unternehmen, damit die aktuelle Lage nicht zur Zerreißprobe für die Menschen in unserem Land wird. Niedersachsen steht zusammen und packt gemeinsam an. Wir setzen ein Zeichen des gemeinsamen Handelns und wollen gemeinsam durch die Energiekrise gehen.

Weitere Informationen

Kontakt

Anke Kicker

0511 89 70 39-28
anke.kicker [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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