Mehr Unabhängigkeit - mehr Sicherheit

Energie sparen - bewusst leben

Deutschland ist in hohem Maße abhängig von Energieimporten - insbesondere bei Öl und Gas. Der Krieg in der Ukraine macht deutlich, dass wir davon unabhängiger werden müssen: Durch Energiesparen, energetische Gebäudeoptimierung und konsequenten Nutzung erneuerbarer Energien. Was jede und jeder Einzelne tun kann - dazu ein paar Tipps.

Im Haus und in einer Wohnung kann viel Energie eingespart werden - mit kleinen Maßnahmen und großen Wirkungen. Ob nun beim Heizen, Stromsparen oder bei der Gebäudeoptimierung. Aber auch im Bereich der Mobilität wird es zu einem veränderten Verhalten kommen müssen.

Heizung und Warmwasser

Raumtemperatur regeln: Viele Menschen denken, dass sich ein Raum schneller erwärmt, wenn man den Heizkörperthermostat voll aufdreht. Das ist leider falsch und führt zu unnötig hohen Heizkosten.

Angenommen Sie würden den Thermostaten auf 28°C stellen (Stufe V) so würden sie genau so schnell 20°C erreichen, als wenn sie von vorn herein 20°C eingestellt hätten.

Die Thermostate sollen in erster Linie verhindern, dass zu viel warmes Wasser aus der Rohrleitung in die Heizkörper strömt. Sie verhindern damit eine Überheizung und „deckeln" die Raumtemperatur auf dem eingestellten Niveau z.B. 20°C. Und bedenken Sie: Pro Grad Celsius Übertemperatur bewirken ca. 5-6% höheren Heizenergieverbrauch

Thermostatventile: Installieren Sie digitale Thermostatventile an Ihren Heizkörpern. So heizen Sie mit der richtigen Einstellung die Wohnung oder das Haus nur, wenn Sie auch da sind. Das kann die Heizkosten um bis zu 10 Prozent senken. 

Heizungseinstellung / Hydraulischer Abgleich: Moderne Heizungen erwärmen das Heizwasser abhängig von der jeweiligen Außentemperatur - andere jedoch nicht. Diese erzeugen ein deutlich heißeres Heizungswasser (Vorlauftemperatur) als tatsächlich benötigt wird. Die Nutzer merken das aber nicht, da die Heizkörperthermostate ja die Raumtemperatur auf 20°C deckeln.

Daher gilt für eine gute Heizungseinstellung: Die Regelung ist sehr gut eingestellt, wenn der Referenzraum am kältesten Tag des Jahres bei voll geöffnetem Thermostaten nicht wärmer als 20°C wird. Für die Einsparung lässt sich abschätzend sagen: Pro 1°C Absenkung der Vorlauftemperatur sind ca. 1% Energiekosteinsparung anzunehmen. Häufig ist die Vorlauftemperatur ca. 15-20°C zu hoch eingestellt. Eine optimierte Anlage spart somit bis zu 15 Prozent der Betriebskosten ein. Heizungsanlage optimieren 

Stoßlüften - Thermostatventil zu!
Kaum spürbar, aber ein großer negativer Effekt. Wenn während der Lüftungsphasen der Heizkörper aktiviert ist, wird der größte Teil der frisch erzeugten Heizungswärme zum Fenster rausgelüftet. Prinzipiell könnte man das Geld auch direkt aus dem Fenster werfen.

Wem das zu aufwendig ist, der sollte zu elektronischen Heizkörperthermostaten mit „Fensterauffunktion" greifen aber vorsicht; nur wenig Fabrikate können das richtig gut.

Wichtig: Erst Thermostat schließen, dann Fenster wieder auf. Solange mit geöffnetem Fenster geheizt wird, ist der Energieverlust maximal, also 100%!

Heizen mit erneuerbaren Energien: Unabhängig werden von hohen Öl- und Gaspreisen - das gelingt mit der Umstellung auf Heizsysteme mit erneuerbaren Energien. Dazu gehören Holz-Pellet-Heizungen und insbesondere Wärmepumpen. Sie nutzen die kostenfreie Umweltenergie und benötigen nur einen Teil Strom. Heizen mit Wärmepumpen

Warmwasser: Händewaschen geht auch mit kaltem Wasser! Und prüfen Sie, ob Sie ein Vollbad nehmen wollen, oder lieber Duschen: Ein Vollbad benötigt rund 160 Liter warmes oder heißes Wasser - eine Dusche kommt mit einem Viertel aus.

Sparduschkopf: Apropos Duschen: Mit einem Sparduschkopf können Sie weitere 50 Prozent Wasser sparen - das gilt natürlich auch für alle Waschbecken im Haus...

Stromverbrauch senken

Die Potenziale beim Stromsparen sind immens. Kurz gesagt: Bei allen elektrischen Geräten sollte geprüft werden, ob sie wirklich genutzt werden müssen - und wie lange.

Lichter aus: Löschen Sie das Licht, wenn Sie einen Raum verlassen.

Stand-by aus: Ob Computer, Fernseher oder Musikanlagen - schalten Sie die Geräte komplett aus, wenn Sie sie nicht benutzen. Der Stand-by-Modus verbraucht ebenfalls Strom!

Wäschemaschine und Geschirrspüler voll beladen und im Ökoprogramm nutzen.

Kühlschrank: Abtauen, Temperatur anpassen und die Tür nur kurz öffnen.

Ökostrom nutzen: Schließen Sie nach Möglichkeit einen Vertrag mit einem Ökostromanbieter ab.

Solarstrom produzieren I: Noch besser ist es, wenn Sie eine eigene Solaranlage installieren können. Dadurch werden Sie unabhängiger vom Stromnetz und erzeugen einen Teil Ihres genutzten Stroms kostengünstig selbst. Solarstrom produzieren

Solarstrom produzieren II: Wer kein Eigenheim besitzt, oder kein geeignetes Dach zur Verfügung hat, kann auch auf Steckersolargeräte zurückgreifen. Diese lassen sich einfach z.B. auf einem Balkon installieren und an eine Steckdose anschließen. Das funktioniert auch in einer Mietwohnung. Steckersolargeräte 

Und viele Möglichkeiten mehr...

Gebäude

Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: Je besser ein Gebäude gedämmt ist, umso weniger Energie benötigt es. Die Palette an Optimierungsmöglichkeiten ist groß - sie reicht von kleinen, kostengünstigen Maßnahmen bis hin zu etwas aufwändigeren:

Fenster abdichten: Mit einem Dichtungsband lassen sich die Fenster ohne großen Aufwand besser abdichten. So gelang weniger kühle Außenluft in die Räume.

Stoßlüften: Regelmäßiges Lüften ist dennoch sehr wichtig für das Raumklima und um Schimmelbildung zu vermeiden. Dazu sollten die Fenster aber eben nicht undicht sein oder über den Tag auf Kipp gestellt. Richtig lüften heißt Stoßlüften für ca. 5 Minuten, zwei- bis dreimal am Tag.

Gebäudedämmung: Es gibt verschiedene Bereiche des Gebäudes, die man dämmen kann und sollte: Das Dach, die oberste Geschossdecke, die Kellerdecke sowie die Außenwand. Gebäudedämmung

 

Mobilität

Autofahren: Ob es in Deutschland je eine Mehrheit für eine Tempolimit geben wird, ist fraglich - auch wenn dies aus vielerlei Hinsicht sehr sinnvoll wäre. Weniger CO2, weniger Unfälle, weniger Stress. Daher: Wer ein Verbrenner-Fahrzeug besitzt, sollte so viele Autofahrten wie möglich vermeiden, spritsparend fahren und wenn häufiger Fahrgemeinschaften bilden

Noch besser ist es, ein Elektro-Auto zu fahren. So werden CO2-Emissionen eingespart und im Idealfall nutzt man den PV-Strom vom eigenen Dach.

Fahrradfahren: Es ist nicht nur gesund, sondern ist auch sehr klimaschonend - und einen großen Parkplatz benötigt man auch nicht. Kommunen können Konzepte für den Radverkehr erstellen und sich dazu mit einer Impulsberatung Fahrrad-Mobilität beraten lassen. 

ÖPNV: Wo immer die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist, sollte man auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausweichen. Jeder Kilometer, der nicht mit dem Auto oder dem Flugzeug zurückgelegt wird, ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.

Betriebliches Mobilitätsmanagement: Gerade in Unternehmen gibt es mehrere Bereiche, in denen Emissionen und Kosten eingespart werden können. Diese betreffen Dienstreisen, die Mitarbeitermobilität, der eigene Fuhrpark sowie die Verkehrsinfrastruktur und der zur Verfügung stehende Parkraum. Die Impulsberatung Betriebliches Mobilitätsmanagement bietet niedersächsischen Unternehmen eine hilfreiche Unterstützung.

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