Klimaschutzziele in Niedersachsen

Im August 2016 hat die damalige Landesregierung das „Leitbild einer nachhaltigen Energie- und Klimaschutzpolitik für Niedersachsen" beschlossen. Es beinhaltet folgende wesentlichen Punkte:

  • Reduzierung der Treibhausgasemissionen zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990.
  • Nahezu vollständige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien bis spätestens 2050.
  • Möglichst vollständige Ausschöpfung der Potenziale für Energieeffizienz und Energieeinsparung.

Im Landtag wird derzeit außerdem der Entwurf eines „Gesetzes zur Förderung des Klimaschutzes und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels (Niedersächsisches Klimagesetz)" beraten. Mit diesem Gesetz sollen Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, zum Schutz und Aufbau von Kohlenstoffspeichern und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels festgelegt und notwendige Umsetzungsinstrumente geschaffen werden. Mit dem Gesetz soll die Landesregierung zur Erstellung und Fortschreibung eines Energie- und Klimaschutzprogramms, zu einem regelmäßigen Monitoring und zur regelmäßigen Unterrichtung der Öffentlichkeit verpflichtet werden.

Effizienzstrategie für den Gebäudesektor

Rund 33 Prozent des Energieverbrauchs und 14 Prozent der Treibhausgasemissionen entfallen in Deutschland auf den Gebäudebereich. Die niedersächsische Landesregierung hat im Mai 2020 eine Effizienzstrategie für den Gebäudesektor vorgelegt. Sie stellt die Notwendigkeit für verstärkte Anstrengungen im Bereich der Wärmewende heraus und betont die Bedeutung der effizienten lokalen Nutzung von erneuerbaren Energien z. B. durch Wärmepumpen oder Solaranlagen.

Klimafolgenanpassung

Für Niedersachsen zeigen langjährige Messwerte des Deutschen Wetterdienstes bereits jetzt einen Temperaturanstieg um etwa 1,6 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit. Starke Niederschläge im Winter und Trockenperioden im Sommer nehmen zu. 

Bisherige Entwicklung der Jahresdurchschnittstemperatur und Prognose der zukünftigen Entwicklung. © NLWKN

Bisherige Entwicklung der Jahresniederschlagssumme und Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Winter-Niederschläge. © NLWKN

Auch der Meeresspiegelanstieg betrifft Niedersachsen direkt. Zur Anpassung an die Folgen des nicht mehr abwendbaren Klimawandels in Niedersachsen, hat das Land eine Anpassungsstrategie entwickelt und im Jahr 2013 eine Klimapolitische Umsetzungsstrategie verabschiedet. Basis für die Anpassungsstrategie sind dabei die „Empfehlungen der Regierungskommission Klimaschutz für eine niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels". Zentraler Gedanke ist eine systematische Betrachtung aller potenziellen Auswirkungen des zu erwartenden Klimawandels in Niedersachsen sowie die schrittweise Ableitung konkreter Optionen für Anpassungsmaßnahmen.

Weitere Informationen auf der Seite des Niedersächsischen Umweltministeriums

 

Treibhausgasemissionen und Energiewende in Niedersachsen

Die niedersächsischen Treibhausgasemissionen haben seit 1990 
insgesamt um 15,6 Prozent abgenommen. Etwa 80 Prozent der Treibhausgasemissionen in Niedersachsen sind energiebedingt. Diese Emissionen sind gegenüber 1990 um 20 Prozent zurückgegangen. Das ist vor allem auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurückzuführen.
Im Jahr 2019 betrug der bilanzielle Anteil erneuerbarer Energieträger am Primärenergieverbrauch in Niedersachsen 22,8 Prozent. Im Stromsektor wurde bereits ein bilanzieller Anteil von 88,6 Prozent Erneuerbare erreicht – die regenerativen Anteile im Wärmesektor mit 8,5 Prozent sowie im Verkehrssektor mit 5,2 Prozent lagen dagegen noch auf niedrigem Niveau.
 
Der Primärenergieverbrauch in Niedersachsen entsprach in den letzten Jahren etwa einem Zehntel des bundesweiten Verbrauchs. Insgesamt hat der Primärenergieverbrauch in Niedersachsen zwischen 1990 und 2019 um rund 10 Prozent abgenommen. Bundesweit waren es gut 14 Prozent.
 

 

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