Sicher und klimafreundlich unterwegs

Mobilität in Bildungseinrichtungen

Kinder und Jugendliche, die ihre täglichen Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus zurücklegen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig werden dabei die Grundlagen für klimafreundliches Mobilitätsverhalten im späteren Leben gelegt. Bildungseinrichtungen können durch ein gezieltes Mobilitätsmanagement und Bildungsangebote einen Beitrag zu diesem nachhaltigen Mobilitätsverhalten leisten.

Es klingt nach dem bequemen Transportservice für Kinder und Jugendliche: Eltern fahren sie mit dem Auto bis vor den Eingang von Kindergarten und Schule oder am Nachmittag zum Sportverein. Berechnungen des Bundesumweltministeriums zeigen, dass sich pro Auto jährlich bei 200 Schultagen und einem Schulweg von zehn Kilometern Länge (hin und zurück) im Jahr 240 Kilogramm CO2-Emissionen ergeben.

Aber diese Autofahrten haben nicht nur einen negativen Einfluss auf unser Klima. Vielmehr stellen sie eine Unfallquelle für andere Kinder dar – durch die Elterntaxis kommt es immer wieder zu chaotischen Situationen vor dem Schultor, die gefährlich für andere und auch die eigenen Kinder sind. Gegen die "Elterntaxis" spricht auch, dass sich alleine oder mit Freunden zu Fuß, mit dem Rad oder Bus zurückgelegte Schulwege positiv auf die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auswirken. 

Schule, KiTas und andere Bildungseinrichtungen haben verschiedenen Möglichkeiten, für eine sichere und klimfreudliche Mobilität zu sorgen. Im folgenden sind eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten und Angebote für Bildungseinrichtugnen zum Thema nachhaltige Mobilität gesammelt.

Nachhaltige Mobilität in der frühkindlichen Bildung

Seit 2021 bietet die KEAN daher Seminare für Erzieherinnen und Erzieher an, in denen praktisch aufgezeigt wird, wie sich nachhaltige Mobilität in der pädagogischen Arbeit im Alltag von Kita und Kindergarten aufgreifen und umsetzen lässt. 

Weitere Tipps für Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und auch Familien zu nachhaltiger Mobilität mit Kindern finden sich in der „Mobilitätsfibel" vom Verkehrsclub Deutschland (VCD)

Bei der Aktion „Kindermeilen – Kleine Klimaschützer unterwegs" sammeln europaweit Kinder aus einer Kommune, Schule, Kindergarten, Sportgruppe oder auch einer Familie über einen bestimmten Zeitraum für jede umweltverträglich zurückgelegte Strecke Punkte und kleben diese in ein Heft. So wird nachhaltige Mobilität zum Wettbewerb. Die gesammelten Meilen werden regelmäßig zusammen mit den Wünschen und Ideen der Kinder für mehr Klimaschutz auf der UN-Klimakonferenz präsentiert. 

Weitere Angebote für die Mobilitätsbildung
  • Curriculum Mobilität für Lehrkräfte

    Das Curriculum Mobilität (CM) des Niedersächsischen Kultusministeriums hat zum Ziel, Entwicklungen im Bereich Mobilität zu thematisieren und unter der Perspektive nachhaltiger Entwicklung zu reflektieren. Das CM ist ein Bausteinkonzept für den fächerübergreifenden Unterricht in allen Schulen. Damit bietet es allen Schulformen und Jahrgängen die Möglichkeit, Entwicklungen im Bereich Mobilität in der Kombination unterschiedlicher Schulfächer und Lernbereichen zu thematisieren. Am Beispiel aktueller Themen können moderne Lernmethoden eingesetzt werden, um Schlüsselkompetenzen wie Gestaltungskompetenz, Partizipation und selbstständiges übergreifendes Denken zu erwerben, die im privaten und beruflichen Leben nützlich und notwendig sind. Darüber hinaus bietet es unterschiedliche Impulse und Chancen für eine zeitgemäße Unterrichts- und Schulentwicklung in Bezug auf den Orientierungsrahmen Schulqualität. Alle allgemeinbildenden Schulen sind gefordert, aus dem Curriculum Mobilität ein eigenes, individuell für ihre Schule passendes Programm zu entwickeln. Unterstützung dabei bietet die Fachberatung Mobilität der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung (siehe unten)

  • Fachberatung Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

    Die Fachberatung Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) informiert zu Klimabildung im Unterricht oder der Möglichkeit, außerschulische BNE-Lernorte zu besuchen. Entsprechende Beratungsanfragen können Lehrkräfte für ihre Schule im Bildungsportal Niedersachsen stellen. Dafür wird die Schulnummer benötigt.

Sicher und klimafreundlich zur Schule

Unterrichtsmaterialien: Sicher und klimafreundlich mobil auf dem Schulweg

Gemeinsam mit der BNE-Fachberatung der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung hat die KEAN Unterrichtsmaterialien zu sicherer und klimafreundlicher Mobilität auf dem Schulweg für Lehrkräfte an Grundschulen entwickelt. Unter dem Titel "Elterntaxis - Was tun gegen dicke Luft vor der Schule?" (PDF)  werden Hintergrundwissen zu nachhaltiger und sicherer Mobilität vermittelt und erfolgreiche Praxisbeispiele von niedersächsischen Schulen aufgezeigt. Für die Schülerinnen und Schüler sind altersgerecht aufbereitete Unterrichtseinheiten enthalten. Dazu gibt es Tipps zur Umsetzung von konkreten Maßnahmen wie die Einrichtung von sogenannten Elternhaltestellen. 

Aktionen für einen sicheren Schulweg zu Fuß

Ein „Bus auf Füßen" (auch Walking Bus, Laufbus oder Fußweghaltestellen genannt) bedeutet, dass jüngere Kinder den Schulweg gemeinsam zu Fuß zurücklegen. Je nach Ausgestaltung besteht dabei an „Haltestellen" die Möglichkeit, dass sich weitere Kinder der Gruppe anschließen bzw. auf dem Heimweg dort von ihren Eltern abgeholt werden. Der Laufbus ist ein Teil der Aktionstage "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten", die jährlich vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem VCD mit weiteren Partnern angeboten werden. Sie richten sich an Kindergärten und Grundschulen Dazu gehören auch Anleitungen zum Bau von Roller- und Fahrradständern oder der Beantragung einer Schulstraße mit temporären Durchfahrtsbeschränkungen bei der örtlichen Kommune.  

Weitere Angebote für einen sicheren Schulweg – ohne Elterntaxi
  • Fachberatung Mobilität der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung

    Die Fachberatung Mobilität der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung (vormals Niedersächsische Landesschulbehörde) unterstützt Schulen bei der Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts oder bei Gesprächen zur Einrichtung von Hol- und Bringzonen. 

  • Schulanfangsaktion: Kleine Füße – sicherer Schulweg

    Um den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewerben, gibt es eine Vielzahl von Bausteinen, die Schulen verwenden können. Ein Beispiel ist seit 2018 die Schulanfangsaktion „Kleine Füße – sicherer Schulweg" des Niedersächsischen Kultusministeriums und verschiedener Partner. Zielgruppen sind Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen sowie deren Erziehungsberechtigte. Ein Bestandteil der Schulanfangsaktion sind gelbe Markierungen in Form von kleinen Füßen auf dem Schulweg. Durch diese werden die Kinder gezielt zu gefahrenreduzierten Querungsstellen geleitet, die gut überschaubar oder mit Ampeln bzw. Zebrastreifen ausgestattet sind. Begleitend zeigt der Film „Abenteuer Schulweg", wie gesund, bewegungs- und beziehungsfördernd es ist, wenn Kinder zu Fuß zur Schule gehen. Der Film ist für den Einsatz bei Elternabenden sowie im Unterricht gemacht. Auch viele Busunternehmen in Niedersachsen beteiligen sich an der Schulanfangsaktion und bieten spezielle Trainings an für Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren.

  • Vorlagen für Elternbriefe und weitere Materialien

    Für die Elternarbeit stellt das Niedersächsische Kultusministerium Briefvorlagen mit Tipps zum sicheren Schulweg zu Fuß, mit dem Fahrrad, im Bus und mit dem Auto zur Verfügung – seit 2018 auch auf Russisch, Arabisch, Persisch, Englisch, Polnisch, Französisch und Türkisch. Ergänzend gibt es weitere Materialien wie die Broschüre „Die Fußgänger-Profis" für die Klassen 1 bis 3, ein Faltblatt, einen Flyer, Plakate und einen Malbogen mit der Figur „Matze" zu Verkehrssicherheit auf dem Schulweg. 

  • Schulweg mit Begleitung

    Ehrenamtliche Schulweglotsinnen und Schulweglotsen helfen den Kindern – insbesondere an den gefahrenträchtigen Querungsstellen. Schulweglotsinnen bzw. Schulweglotsen können Eltern oder andere Erwachsene, aber auch Geschwister oder ältere Schülerinnen und Schüler sein. Die Polizei stellt die Einweisung und Ausbildung sicher. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Landesverkehrswacht.

  • ADAC-Schulwegratgeber

    Tipps für Eltern für einen sicheren Schulweg ihrer Kinder mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln und den ADAC-Schulwegratgeber gibt es auch vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club e.V. (ADAC).

  • Schulwegpläne leichtgemacht

    Ein Schulwegplan ist eine kartografische Darstellung des Umfelds einer Schule, die sichere Querungsstellen, Gefahrenstellen und deren Bewältigung sowie günstige Wege vom Wohnort der Kinder zur Schule zeigt. Damit wird die Sicherheit der Kinder deutlich verbessert. Zur Erstellung und Aktualisierung von Schulwegplänen hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) einen Leitfaden für Schulen, Kommunen, Eltern und die Polizei erstellt. Schulwegpläne sollten in Zusammenhang mit der Aktion „Kleine Füße" aus didaktischen sowie arbeitsökonomischen Gründen auf jeden Fall erstellt werden.

  • Elternhaltestellen für weniger Verkehr vor dem Schultor

    Um den Verkehr vor der Schule zu entzerren, können Hol- und Bringzonen – auch Elternhaltestellen genannt – eingerichtet werden. Diese sollten mindestens 250 Meter vom Schulgelände entfernt sein. Für die Einrichtung müssen die Schule sowie der Schulträger, die zuständige Straßenverkehrsbehörde und die Polizei einbezogen werden. Eine Checkliste zur Standortbeurteilung für potenzielle Elternhaltestellen hat der ADAC in seiner Broschüre „Das Elterntaxi an Grundschulen – Ein Leitfaden für die Praxis" veröffentlicht.

Kontakt

Ruth Märtin

0511-89703937
ruth.maertin [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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