Freiflächen-Photovoltaik in Niedersachsen

Niedersachsen hat sich zum Ziel gesetzt, 65 GW Photovoltaik bis 2035 zu installieren. 50 GW auf Dächern und 15 GW auf Freiflächen. Die Freiflächen würden damit 0,9 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Niedersachsen beanspruchen - eine äußerst geringe Fläche. Pro Hektar erzeugt eine Photovoltaikanlage ca. 20- bis 30-mal mehr Energie als z.B. Energiepflanzen, die aktuell etwa 11 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Niedersachsen beanspruchen.  

Nach dem EEG sollen PV-Freiflächenanlagen vorwiegend dort gebaut werden, wo sie keine Konkurrenz zu anderen Bodennutzungen bedeuten. Geeignet sind somit z. B. Konversionsflächen, ein Streifen von 500 Metern Breite (ab 01.01.2023) entlang von Autobahnen und Schienenwegen oder ungenutzte Gewerbeflächen. In Niedersachsen dürfen ab September 2022 auch Flächen, die in den Regionalen Raumordnungsprogrammen als „Vorbehaltsfläche Landwirtschaft" bezeichnet sind, auf ihre Eignung geprüft werden. Der Info-Text zum LROP stellt den aktuellen Stand dar.

Was bei der Standortsuche zu berücksichtigen ist, erläutert Dr. Dieter Günnewig von Bosch und Partner in seinem Vortrag (Folien als PDF).

Video-Vortrag zum Thema Freiflächen-PV von Dr. Dieter Günneweg

Freiflächen-Anlagen auf "benachteiligten Gebieten"

PV-Freiflächen-Anlagen können in Niedersachsen auch in sogenannten landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten gebaut werden. Die entsprechende Verordnung wurde im Niedersächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt vom 31.08.2021 veröffentlicht.

Wer in "benachteiligten Gebieten" eine PV-Anlage bauen will, muss an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen und den Zuschlag erhalten. Nur dann ist eine Vergütung nach dem EEG gesichert.

Die Genehmigungsfähigkeit durch die zuständige Baubehörde muss ebenfalls bereits vor Teilnahme an einer Ausschreibung bestätigt sein. Welche Flächen zu den "benachteiligten Gebieten" gehören, zeigt eine Karte auf dem Umweltkartenserver des Niedersächsischen Umweltministeriums. Dort können GIS-Daten heruntergeladen werden. Eine grobe Übersicht ist auf dieser Karte zu sehen.

Eine Frage der Leistung

Über oder unter 750 kW?

Seit 2017 schreibt das Erneuerbare Energien Gesetz vor, dass Megawatt-starke Freiflächen-Anlagen nur nach dem Zuschlag in einer Ausschreibung gebaut werden dürfen. Dabei konnten die süddeutschen Länder bisher den PV-Strom immer etwas günstiger anbieten, da der solare Eintrag ein Quäntchen höher liegt.

Vor diesem Hintergrund bleibt in Niedersachsen nur die Möglichkeit - neben der Photovoltaik auf Dächern - Freiflächen-Anlagen bis zu einer Leistung von 750 kW zu bauen. Diese dürfen nämlich ohne Teilnahme an einer Ausschreibung gebaut werden. Es bedarf jedoch immer eines Bebauungsplans und einer Baugenehmigung. Ein Anspruch auf Genehmigung besteht nicht. Das Schema für den Verfahrensablauf zeigt die folgende Grafik.

Ablauf des Planungs- und Genehmigungsprozesses für Freiflächenanlagen bis 750 kWp

Kontakt

Barbara Mussack

0511 897039 14
barbara.mussack [at] klimaschutz-niedersachsen.de

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