Sonnenstrom in großem Stil

PV Freiflächenanlagen

Obwohl die Sonne auch in Niedersachsen hervorragende Ergebnisse in der Solarstromerzeugung liefert, hat das Land bisher das Nachsehen, wenn es sich um den Bau von Megawatt-starken Freiflächenanlagen bewirbt. Seit 2017 schreibt das Erneuerbare Energien Gesetz vor, dass solche Anlagen nur nach dem Zuschlag in einer Ausschreibung gebaut werden dürfen. Dabei konnten die süddeutschen Länder bisher den PV-Strom immer etwas günstiger anbieten, da der solare Eintrag ein Quäntchen höher liegt.
Vor diesem Hintergrund bleibt in Niedersachsen nur die Möglichkeit - neben der Photovoltaik auf Dächern - Freiflächen-Anlagen bis zu einer Leistung von 750 kW zu bauen. Diese unterliegen nicht der Ausschreibungspflicht. Dennoch müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein und nur bestimmte Flächen kommen dafür in Frage.

Freiflächen PV in der Praxis

Das Unternehmen Windwärts aus Hannover hat in Dassel im Landkreis Northeim eine solche Anlage gebaut und im Jahr 2019 in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von über einem Hektar produzieren PV-Module mit einer Leistung von 750 kW jährlich rund 660 000 Kilowattstunden – das entspricht rechnerisch dem Strombedarf von 200 Haushalten.

Nach dem EEG dürfen Gewerbeflächen auch für Freiflächen-PV-Anlagen genutzt werden, wenn für diese vor 2010 ein Bebauungsplan aufgestellt wurde - das war in Dassel der Fall. Windwärts führte das Verfahren durch, baute die Anlage und verkaufte sie als Paket an einen privaten Investor.

Die Photovoltaikanlage in Dassel erzeugt dezentral klimafreundliche Energie und speist sie mit einer festgelegten Vergütung nach dem EEG über 20 Jahre in das Netz der rekommunalisierten EnergieNetz Mitte GmbH ein.

Geeignete Flächen gesucht - Solarkataster

Insgesamt gestaltet sich die Suche nach geeigneten Flächen in Niedersachsen schwierig, da z.B. kein Verzeichnis ungenutzter Gewerbeflächen besteht. Auch für die anderen Optionen, die das EEG (§ 48) auflistet, sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig. So sind für Flächen in einem 110 Meter Streifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen, auf versiegelten Flächen und Konversionsflächen PV-Anlagen erlaubt, bedürfen jedoch zunächst eines Bebauungsplanes und anschließend einer Baugenehmigung. Das Auffinden der Flächen, die Einigung mit den Grundstückseigentümern und die Planungskosten summieren sich. Die Einnahmen durch den Stromverkauf können durch die Begrenzung auf 750 kW nicht beliebig erhöht werden.

Ein Kataster mit verfügbaren Flächen in Niedersachsen würde die Suche sicher erleichtern und dem Zubau von PV-Strom einen neuen Schub geben.

powered by webEdition CMS