PV in Gewerbe und Industrie

Hohe Erträge durch PV

Dächer von Gewerbe- und Industriebauten bieten ein enormes Potenzial für die Installation von Photovoltaikanlagen. Für die Unternehmen lassen sich dadurch oft deutliche Stromkostensenkungen realisieren. Besonders wichtig ist es, beim Neubau gleich an eine PV-Anlage zu denken und die Konstruktion entsprechend vorzubereiten.

Auch wenn Unternehmen häufig zu einem sehr günstigen Preis Strom einkaufen können, ist der Solarstrom vom Firmendach meist noch günstiger und schützt zudem über Jahrzehnte vor steigenden Strompreisen. Viele Branchen haben tagsüber einen gleichmäßigen Strombedarf und können so den Solarstrom optimal nutzen. Alles spricht für Photovoltaikanlagen auf Firmendächern.

Kosten und Ersparnisse von PV-Anlagen

Sinkende Kosten für Photovoltaikanlagen haben die Erzeugungskosten für Solarstrom in den letzten Jahren stark fallen lassen. Sie liegen heute oft unter 10ct pro kWh und damit meist deutlich unter den Strombezugskosten aus dem öffentlichen Netz. Die Amortisationszeit einer neu installierten PV-Anlage liegt nicht selten bei unter 10 Jahren.

Nahezu alle analysierten Anwendungen für PV in Gewerbe- und Industrie führen zu deutlichen Stromkostensenkungen der Unternehmen.

Damit gilt: wer viel Solarstrom erzeugt und einen hohen Anteil davon selber verbraucht, kann richtig Geld sparen – und dabei noch das Klima schützen.

Ein Informationspapier zeigt beispielhaft die Kosten und Ersparnisse durch den Bau einer PV-Anlage auf.

Unterschiedliche Betreibermodelle ermöglichen die Installation einer PV-Anlage auch ganz ohne Kapitaleinsatz des Unternehmens.

Wenn Sie einen Neubau oder eine Erweiterung Ihrer Gebäude planen, sollten Sie gleich einen Solarplaner einbeziehen. Auch wenn Sie nicht sofort eine Solaranlage realisieren wollen, sollte Ihr Gebäude gut vorbereitet sein, sprich vor allem die Statik sowie die Elektroinstallation sollten für eine PV-Anlage geeignet sein.

Stromkosten senken mit PV: drei Beispiele

Die Nutzung von selbst erzeugtem PV-Strom ist heute für viele Industrie- und Gewerbebetriebe wirtschaftlich interessant.  Die folgenden drei Beispiele zeigen die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage in Betrieben mit unterschiedlich hohem Stromverbrauch. Im ersten Beispiel liegt die statische Amortisationszeit bei 11,5 Jahren. Dabei kann man mit einer Lebensdauer der PV-Anlage von mindestens 20 Jahren rechnen.

  • Gewerbebetrieb mit einem jährlichen Strombedarf von 50.000 kWh

    Ein Gewerbebetrieb mit einem jährlichen Strombedarf von 50.000 kWh installiert eine PV-Anlage mit 50 kWp Leistung. Diese kann in Niedersachsen ca. 45.000 kWh/a erzeugen. Unter der Annahme, dass davon 30 Prozent (13.500 kWh) direkt zur Deckung des eigenen Strombedarf genutzt werden, ergibt sich daraus eine Stromkostenersparnis von gut 3.000 € (netto) pro Jahr. Dies basiert auf einem Nettostrombezugspreis von 25 ct/kWh und berücksichtigt die abzuführende EEG-Umlage.

    Außerdem können bei Inbetriebnahme im Juli 2021 Einspeiseerlöse für den nicht selbst verbrauchten Strom von 6,9 ct/kWh und damit rund 2.160 € im Jahr erzielt werden. Diesen jährlichen Erlösen stehen Investitionen für die PV-Anlage in Höhe von ca. 48.300 € gegenüber.

    Unter Berücksichtigung von Betriebskosten für Wartung, Versicherung u.ä. in Höhe von 2 Prozent der Investition (968 €/a) ergibt sich daraus eine statische Amortisationsdauer von ca. 11,5 Jahren. Das entspricht über einen Zeitraum von 20 Jahren einer Gesamtkapitalrendite vor Steuer von 7,1 Prozent.

     

  • Industriebetrieb mit einem jährlichen Stromverbrauch von 160.000 kWh

    Ein Industriebetrieb mit einem jährlichen Stromverbrauch von 160.000 kWh/a, der im Zweischichtbetrieb arbeitet, installiert eine PV-Anlage mit 160 kWp. Diese kann in Niedersachseen ca. 144.000 kWh Strom im Jahr erzeugen. Unter der Annahme, dass davon 30 Prozent (43.200 kWh) direkt zur Deckung des eigenen Strombedarf genutzt werden, ergibt sich daraus eine Stromkostenersparnis von knapp 8.400 € (netto) pro Jahr. Dies basiert auf einem Nettostrombezugspreis von 22 ct/kWh und berücksichtigt die abzuführende EEG-Umlage.

    Außerdem können Erlöse aus der Direktvermarktung für den nicht selbst verbrauchten Strom von 6,1 ct/kWh und damit rund 6.150 € pro Jahr erzielt werden. Diesen jährlichen Erlösen stehen Investitionen für die PV-Anlage in Höhe von rund 131.000 € gegenüber.

    Unter Berücksichtigung von Betriebskosten für Wartung, Versicherung u.ä. in Höhe von 2 Prozent der Investition (2.100 €/a) ergibt sich daraus eine statische Amortisationsdauer von ca. 11 Jahren.

  • Industriebetrieb mit Mittelspannungsanschluss

    Ein Industriebetrieb mit einem jährlichen Stromverbrauch von 300.000 kWh/a mit einem Mittelspannungs-Stromanschluss mit Leistungsmessung und einer Strombezugsspitze von 100 kW installiert eine PV-Anlage mit 299 kWp. Diese kann in Niedersachsen jährlich ca. 269.000 kWh Strom erzeugen.

    Unter der Annahme, dass davon 40 Prozent (108.000 kWh) direkt zur Deckung des eigenen Strombedarf genutzt werden, ergibt sich daraus eine Stromkostenersparnis von über 13.670 € (netto) pro Jahr. Dies basiert auf einem Nettostrombezugspreis (nur Arbeitspreis) von 15,3 ct/kWh und berücksichtigt die abzuführende EEG-Umlage. Der Leistungspreis für die Netznutzung bleibt unverändert (128 €/kW für 100 kW = 12.800 €/a).

    Außerdem können Erlöse aus der Direktvermarktung für den nicht selbst verbrauchten Strom von 5,9 ct/kWh und damit rund 9.500 € pro Jahr erzielt werden. Diesen jährlichen Erlösen stehen Investitionen für die PV-Anlage i.H. von knapp 238.000 € gegenüber.

    Unter Berücksichtigung von Betriebskosten für Wartung, Versicherung u.ä. in Höhe von 2 Prozent der Investition (4.754 €/a) ergibt sich daraus eine statische Amortisationsdauer von ca. 12,9 Jahren.

     

PV und Elektromobilität

Durch die Kombination mit Elektromobilität des Firmenfuhrparks oder von Mitarbeiterfahrzeugen kann der PV-Strom noch besser genutzt werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. hat einen sehr umfassenden Leitfaden "Photovoltaik und Elektromobilität sinnvoll kombinieren" für Gewerbebetriebe in Deutschland verfasst. Er bietet erste Anregungen und Ideen für ein mögliches technisches Design für die Solarstromversorgung ihrer Elektroflotte, beschreibt verschiedene Nutzungsvarianten von E-Mobilität in Unternehmen und stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen dar.

Potenziale erkennen

Impulsberatung für KMU - Solar

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen bietet seit dem 1. März 2018 die Impulsberatung für KMU-"Solar" an - in enger Kooperation mit den regionalen Wirtschaftsförderungen, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern sowie den regionalen Energieagenturen.

Ziel der Beratungen ist es, den KMU die wirtschaftliche Nutzung von Solarenergie mit all ihren Potenzialen betriebsspezifisch aufzuzeigen.

Weitere Informationen zur "Impulsberatung für KMU - Solar"

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