Auch für die Tiefengeothermie finden sich in weiten Teilen Niedersachsens im Untergrund günstige Gesteinsformationen. Das Potenzial dieser Energiequelle wird auf ca. 100 TWh geschätzt, so dass Sie rund 5-10% des deutschen Primärenergiebedarfs 2045 liefern könnte, (s. z.B. Potenzialanalysen des LIAG, Fraunhofer IEG, BEE).
Die Erschließung tiefengeothermischer Potenziale geht jedoch mit einigen Herausforderungen einher: Die Bohrungen sind sehr kostenintensiv und es besteht immer das Risiko, dass keine ausreichende Menge an Thermalwasser oder nicht die erwartete Temperatur gefunden wird. Dies kann durch eine 2D- oder 3D-Seismik überprüft werden, um das sogenannte "Fündigkeitsrisiko" zu minimieren, welches bei einer erfolglosen Bohrung zu erheblichen Kosten führen kann.
Eine Übersicht der Potenziale für die Tiefengeothermie bietet das Kartenmaterial des LBEG (nibis-Kartenserver – Themenkarte „Geologie – Explorationsrelevante Gesteine“ und das geothermische Informationssystem GeotIS von der LIAG – Themenkarte „Geothermie – Geothermische Nutzungsmöglichkeiten – Mitteltief – Tief (ab 400m)“ .
Einen Überblick für die in Niedersachsen genehmigten Aufsuchungsgebiete für Tiefengeothermie gibt nachfolgende Karte (LBEG):

Um kommunalen Wärmeversorgern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, hat das Geothermieforum Niedersachsen – eine Kooperation von LBEG, BVEG und dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung – eine neue Arbeitshilfe veröffentlicht. Welche Rolle sollte der Wärmeversorger übernehmen? Eine Übersicht der Angebote des Geothermieforums Niedersachsen finden Sie unter: Geothermieforum Niedersachsen
Unsere Arbeitshilfe zeigt die räumlichen und geologischen Grundlagen für Niedersachsen auf, um Kommunen bei einer ersten Einschätzung des Potenzials tiefer Geothermie zu unterstützen: Besteht vor Ort grundsätzlich ein geothermisches Potenzial – und lohnt sich eine vertiefte Prüfung?