Es gibt viele Möglichkeiten, bei der Heizung Energie zu sparen. Von der Optimierung der bestehenden Anlage, über eine Ergänzung mit erneuerbaren Energien bis zum kompletten Austausch der Heizanlage. Ist ein Heizkessel älter als 30 Jahre, gilt er nach dem Stand der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 als überholt und muss ausgetauscht werden, sofern das Haus seit dem 1. Februar 2002 den Besitzer gewechselt hat.

In Niedersachsens Wohngebäuden sind laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft immer noch rund 350.000 Ölheizungen im Einsatz, die im Durchschnitt knapp 20 Jahre alt sind. Für den Einbau neuer klimafreundlicher Anlagen gibt es eine staatliche Förderung von bis zu 35 Prozent der Kosten, wenn eine Ölheizung ersetzt wird, sind es sogar bis zu 45 Prozent.

Beheizungsart der Wohnungen in Niedersachsen 2018

Energieart zur Beheizung der Wohnungen in Niedersachsen 2018

Bestehende Heizanlage überprüfen und optimieren

Eine Heizungsanlage soll möglichst gut eingestellt sein. Dann kommt sie mit weniger Energie aus und wärmt die Räume gleichmäßig gut. Eine Überprüfung der Heizungsanlage durch einen Profi lohnt sich. Eine optimierte Anlage spart bis zu 15 Prozent der Betriebskosten ein. In vielen Fällen sind Heizungen aber auch veraltet und sollten besser ausgetauscht werden. Ideal ist es, wenn zugleich der Energieverbrauch des Gebäudes mit einer Dämmung gesenkt werden kann. Dann kann die neue Heizung auf den neuen Energiebedarf ausgelegt werden.

1. Hydraulischer Abgleich
Hier geht es darum, dass jede Heizfläche – meist sind das Heizkörper – genau so viel Wärme bekommt, wie sie für die Erwärmung des Raumes benötigt. Neben der Heizflächenart sind die Raumgröße und die Größe der Außenwände und Fenster mit ihren jeweiligen Dämmeigenschaften ausschlaggebend. Auf dieser Basis wird die notwendige Durchflussmenge für die einzelnen Heizflächen bestimmt und die Ventile an den Heizkörpern werden passend voreingestellt. Die korrekte Einstellung der Heizungspumpe sorgt für den richtigen Druck und die passende Durchflussgeschwindigkeit.

2. Überprüfung der Heizungspumpe
Eine Umwälzpumpe schafft das heiße Wasser vom Kessel durch die Rohre zu den Heizkörpern. Alte Pumpen sind echte Stromfresser und pumpen auch dann noch, wenn die Ventile an den Heizkörpern geschlossen sind. Ihr Austausch rechnet sich bereits nach zwei Jahren.

3. Heizung richtig regeln
Wie warm es in den Räumen ist, bestimmt neben den Thermostaten auch die Regelung an der Heizanlage. Sie misst meist die aktuelle Außentemperatur und vergleicht sie mit dem Sollwert für die Räume. Die Regelung soll die gewünschte Temperatur möglichst energiesparend konstant halten. Das kann sie nur, wenn sie genau eingestellt ist.

Staatliche Förderung
Die Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und einen hydraulischen Abgleich wird über das BAFA-Programm zur Heizungsoptimierung gefördert.

Mehr zum Thema

Für private Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden bietet die clever-heizen!-Beratung Unterstützung bei der Einschätzung der eigenen Heizungsanlage und ihrer Optimierungsbedarfe.

Das Projekt Optimierte Wärmeversorgung in Mehrfamilienhäusern zeigt auf, wie die Effizienz in Wärmezentralen von Mehrfamiliengebäuden gemessen und bewertet werden kann, so dass daraus die entsprechenden Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden können.

In kommunalen Liegenschaften kann ein systematisches Energiemanagement dazu beitragen, dass der Betrieb der Heizungsanlagen optimal auf die tatsächliche Nutzung der Gebäude abgestimmt ist und sich so die Effizienz erheblich verbessert.

Neue Heizung einbauen

Wenn Eigentümerinnen und Eigentümer sich rechtzeitig auf den Austausch der Heizanlage vorbereiten, behalten sie die Zügel in der Hand. Ist die Heizung erst defekt, muss sehr schnell gehandelt werden, so dass meist nicht die Zeit bleibt, auf andere, umweltfreundliche Technik umzustellen. Spätestens wenn die Heizanlage 15 Jahre alt ist, sollte geklärt sein, welche neue Anlage beim Ausfall der alten Anlage eingebaut werden soll. So können auch rechtzeitig vorbereitende Maßnahmen ergriffen werden.

Angesichts der ab 2021 einsetzenden CO2-Bepreisung für den Gebäudesektor und der attraktiven Fördermöglichkeiten lohnt es sich doppelt, beim Einbau einer neuen Heizung auf erneuerbare Energien zu setzen. Der Einsatz erneuerbarer Energien ist meist möglich. Zu klären ist, ob und wenn ja welche Hindernisse dazu vorher aus dem Weg geräumt werden müssen. Auch die Nutzung von klimafreundlich produzierter Fernwärme kann sinnvoll sein, wenn sie vor Ort verfügbar ist. Welche Energieträger und welche Art der Anlage in Frage kommen, hängt von den Gegebenheiten im Gebäude aber auch von der Verfügbarkeit der Energieträger ab. Dabei gelten Heizanlagen mit Erdgas oder Heizöl als Energieträger schon heute als Auslaufmodelle. Ab 2027 ist der Einbau von Ölheizungen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Wenn der Einsatz erneuerbarer Energien oder der Anschluss an ein Wärmenetz nicht möglich ist, können noch hocheffiziente Gasbrennwertkessel zum Einsatz kommen, die die eingesetzte Energie optimal nutzen.

Erneuerbare Energie aus Wind, Sonne oder der Umwelt steht in großer Menge zur Verfügung. Für Biogas und Biomasse ist die Situation anders: Einheimische Holzvorkommen (inklusive der Pellet-Produktion) reichen ohne zusätzliche Aufforstungen nur für eine begrenzte Anzahl von Heizungen. Ähnliches gilt für andere Biomasse und Pflanzenöl (z. B. Rapsöl), hier ist eine Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion zu vermeiden. Wie klimafreundlich solche Heizungen sind, hängt immer auch von der Art der Anlagen und dem Anbau der Rohstoffe ab.

Voraussetzungen am Gebäude

Die optimale Nutzung umweltfreundlicher Technologien hat eines gemeinsam: Die Erwärmung geschieht mittels niedriger Betriebstemperaturen besonders effizient. In Neubauten und gut gedämmten Gebäuden können erneuerbare Energien zur Beheizung daher besonders einfach eingesetzt werden. Wenn Dämm- oder Sanierungsmaßnahmen am Gebäude geplant sind, sollte der Austausch der Heizung immer erst anschließend erfolgen, damit die Heizanlage auch zu den neuen Gegebenheiten passt.

Damit eine geringe Vorlauftemperatur für die Erwärmung ausreicht, muss die Heizfläche entsprechend groß sein, so dass sie gleich viel Wärme abgeben kann. Wenn die vorhandenen Heizkörper das nicht leisten können, müssen sie gegen größere ausgetauscht oder ergänzt werden. Oder es werden Flächenheizungssysteme eingebaut. Fußbodenheizungen sind die bekanntesten Flächenheizungen, die diese Aufgabe meistern. Sie im Bestand einzubauen ist heute einfacher möglich, da es inzwischen Systeme mit geringer Aufbauhöhe gibt. Dennoch ist der Aufwand in aller Regel hoch. Auch gibt es Deckenheizungen, die in vielen Gebäuden nachträglich eingebaut werden können. Die Wandheizung ist eine weitere hervorragende Alternative. Kann das Gebäude von außen nicht gedämmt werden, so ist der Einbau einer Dämmung der Außenwand von innen in Kombination mit einer Wandheizung kostensparender und meist leichter durchführbar.

In jedem Fall können gut gedämmte Gebäude leichter mit umweltfreundlicher Heiztechnik erwärmt werden. Die erforderliche Energiemenge ist durch die Dämmung schon stark reduziert. Meist reichen dann auch die alten Heizkörper, wenn man auf Wärmepumpenbetrieb umstellen will. In Mehrfamilienhäusern ermöglicht die Zentralisierung dezentraler Heizsysteme den Einsatz deutlich effizienterer und klimafreundlicherer Heiztechnik. 

Fragen? Wir helfen gerne weiter

Kontakt

Gerhard Krenz

0511-897039 22
gerhard.krenz [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Kontakt

Dr. Georg K. Schuchardt

0511 897039-26
georgkonrad.schuchardt [at] klimaschutz-niedersachsen.de

powered by webEdition CMS