Funktioniert gut

Wärmepumpen in Wohngebäuden

Im Neubau sind elektrische Wärmepumpen mittlerweile die in Deutschland am häufigsten installierte Heizungsart. Die Technik ist breit erprobt und hat klare Vorzüge. Aber auch im Altbau und anderen bereits bestehenden Gebäuden können Wärmepumpen sparsam und klimafreundlich betrieben werden.

Was ist zu tun?

Moderne Technik für Jung und Alt

Wer heute ein neues Haus bauen oder ein älteres sanieren möchte, plant die Zukunft des Gebäudes gleich mit. Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas sind Auslaufmodelle, erneuerbare Energieträger übernehmen nicht nur die Versorgung mit Strom, sondern auch für Wärme und Warmwasser im Haus. Bereits fast die Hälfte aller Neubauten nutzt dazu eine Wärmepumpe. Sie ist unabhängig von Brennstoffen und erschließt sich vorwiegend die Wärme aus der Umwelt: Erde, Wasser, Luft. Ihre Funktionsweise ähnelt der eines Kühlschranks – nur in umgekehrter Richtung. Eine Wärmepumpe arbeitet zudem sehr effizient und mit vergleichsweise geringen CO2-Emissionen.

Zwei Informations-Flyer zu "Wärmepumpen im Neubau" sowie "Wärmepumpen in Bestandsgebäuden" bieten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern einen ersten Einstieg.

Für ihren Betrieb benötigt die Wärmepumpe Strom, den sie jedoch recht effizient einsetzt: Eine gute Erdreich-Wärmepumpe kann mit einer Kilowattstunde (kWh) Strom 4 kWh Wärme erzeugen, eine gute Luftwärmepumpe schafft noch 3 kWh Wärme. Genau berechnet zeigt sich die Effizienz in der Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Wärmepumpe. Heißt: Die gewünschte Wärme in einem Gebäude kann zu 65 bis 75 Prozent aus kostenloser Umweltenergie erzeugt werden, nur 35 bis 25 Prozent Strom sind notwendig. Wie effizient eine Wärmepumpe am Ende tatsächlich betrieben weden kann, zeigt sich in der Jahresarbeitszahl (JAZ).

Strom aus eigener Herstellung

Besonders klimafreundlich ist es, wenn zum Betrieb der Wärmepumpe Ökostrom aus Wind oder Sonne genutzt wird. Im Idealfall gibt es dazu auf dem eigenen Dach eine ausreichend dimensionierte PV-Anlage, die in der Jahresbilanz so viel Strom erzeugt, wie man im Haus für Wärme und Strom insgesamt benötigt.
Wesentlich ist dafür ein thermisches Speichervolumen, am besten einem Warmwasser-Pufferspeicher, der im Fall des Stromüberschusses durch die Wärmepumpe beladen werden kann. In jedem Fall sollte sich die Leistung der Wärmepumpe dem Stromangebot anpassen, um den eigenen PV-Überschuss zielgenau in Wärme zu verwandeln. Ein solches System muss aber herstellerseitig gut aufeinander abgestimmt sein, damit das Potential von weiteren Einsparungen an Netzstrombezug auch ausgeschöpft werden kann.

Wärmeschutz und Flächenheizungen

Für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe ist wichtig, dass die Wärmeversorgung mit niedrigen Temperaturen gelingt. Dafür werden in Relation zum Wärmebedarf möglichst große Heizflächen benötigt. Für den Wärmepumpenbetrieb muss dann geprüft werden:

Heizkörper: Die bestehenden Heizflächen reichen unter Umständen schon aus – wenn sie groß genug sind. Um Heizflächen im Raum zu vergrößern lassen Sie sich ansonsten leicht austauschen oder ergänzen.

Fußbodenheizung: Ist sie bereits in allen Räumen vorhanden, ist der Einbau einer Wärmepumpe in der Regel leicht möglich. Moderne Fußbodenheizsysteme können heute auch nachträglich eingebaut werden.

Wand- und Deckenheizungen: Sie können ebenfalls sehr gut nachträglich eingebaut werden. Wandheizungen lassen sich gut mit einer Innendämmung kombinieren, wenn außen nicht gedämmt werden kann.

Entscheidend ist: Bei allen Heizsystemen muss der Wärmebedarf exakt berechnet und der hydraulische Abgleich im Heizungssystem durchgeführt werden.

Hoher Wärmeschutz hilft: Ein gut wärmegedämmtes Gebäude benötigt weniger Heizenergie. Einen weiteren Nutzen kann also man erzielen, wenn im Bestand die Dämmung verbessert wird. Dann ist mit dem gleichem Heizsystem eine niedrigere Heiztemperatur möglich. Doppelt gut für die Wärmepumpe!

Kosten

Nachhaltige Investition

Investitionen in moderne Heizsysteme, die zudem zu einem hohen Anteil erneuerbare Energien nutzen, sind sehr nachhaltige Investitionen. Sie liegen bei Wärmepumpen zunächst höher als bei fossilen Heizsystemen, dafür hat man auf ein zukunftsfähiges Heizsystem gesetzt und kann Förderungen in Anspruch nehmen. Steigende CO2- und Brennstoff- Preise werden ein Wärmepumpensystem kalt lassen. Für die Investitionskosten lassen sich nur Richtwerte angeben, die eine ungefähre Orientierung bieten. Die konkreten Kosten für eine einzelne Anlage hängen von vielen Faktoren ab.

  • Anschaffungskosten

    Für eine Luftwärmepumpe sollten inklusive Installation und Erschließung der Umweltwärme rund 12.000 bis 14.000 Euro kalkuliert werden. Bei einer Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpe liegen die Kosten für das Aggregat bei ca. 9.000 bis 11.000 Euro. Zusätzlich müssen hier Mittel für Erdbohrungen, Erdkollektoren oder die Erschließung des Grundwassers eingeplant werden. Für Erdsonden liegen diese zwischen 50 und 75 Euro pro Meter Bohrtiefe – je nach Bodenbeschaffenheit auch darüber. Bei Erdkollektoren müssen etwa 25 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche eingerechnet werden. Geht man von einer Erdwärmesonde mit 100 m Tiefe, bzw. einer Kollektorfläche von 250 m² aus, belaufen sich die Kosten für die Erschließung der Erdwärme zuzüglich notwendiger Leitungen auf dem Grundstück auf ca. 6.000 bis 9.500 Euro. Erschließungskosten für die Grundwassernutzung liegen in etwa bei 4.000 bis 7.000 Euro.

  • Betriebskosten

    Da die Hauptenergie der Wärmepumpe aus der Umwelt, sprich Erde, Wasser oder Luft kommt, besteht der wesentliche Teil der Betriebskosten aus dem Stromverbrauch. Dieser hängt von verschiedene Faktoren ab, wie z.B. dem gewählten Wärmepumpenmodell, der Wärmequelle sowie dem tatsächlichen Heizbedarf.
    Einen Richtwert für die zukünftigen Stromkosten kann man erhalten, wenn man den Wärmebedarf durch die erwartete Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe teilt. So erhält man den voraussichtlichen Stromverbrauch für die Wärmepumpe.
    Wichtig ist also, einerseits den Wärmebedarf, andererseits die Stromkosten niedrig zu halten. Dies geht am besten, wenn man einen Teil des benötigten Stroms mit einer PV-Anlage auf dem eigenen Hausdach selber produziert. Auf jeden Fall sollte man für die Wärmepumpe einen speziellen Heizstrom-Tarif wählen. Dieser liegt bei etwa 22 Cent pro Kilowattstundestatt der sonst für Haushaltsstrom üblichen ca. 30 Cent pro Kilowattstunde fällig.

  • Wartungskosten

    Die Wartungskosten sind bei Wärmepumpen geringer als bei anderen Heizungen. Sie beschränken sich auf eine Kontrolle der mechanischen Bauteile und die Überprüfung von Dichtheit, Druck und Temperatur. Dafür können jährlich etwa 100 Euro veranschlagt werden – und, auch wenn es Glück bringen soll: Auf den Besuch des Schornsteinfegers kann zum Wohle der Umwelt und des Geldbeutels bei reinen Wärmepumpensystemen verzichtet werden.

  • Fördermittel

    Staatliche Stellen fördern den Einbau von Wärmepumpen mit Zuschüssen und günstigen Krediten. Sie senken somit die Investitionskosten deutlich. Anteilig gefördert werden auch die Kosten für die Anpassung der vorhandenen Anlagentechnik an den neuen Wärmeerzeuger.

    Zu den Förderprogrammen des BAFA

  • Rechenbeispiele

    Zu Beginn des Jahres 2020 sind, wie im Klimapaket beschlossen, die Förderbedingungen für energieeffiziente Gebäude deutlich verbessert worden. Dies hat auch Auswirkungen auf die Fördermaßnahmen für den Einbau von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden und Neubauten. Um die Änderungen besser nachvollziehen zu können, haben wir für Bestandsgebäude je zwei typische Sanierungsfälle sowie für Neubauten den Einbau von Erd-Wärmepumpen und Luft-Wärmepumpen dargestellt und die alten mit den neuen BAFA-Förderungen verglichen. Daneben wird die steuerliche Förderung dargestellt.

    Die Zahlen zeigen: Die Erhöhung der Fördersumme macht den Einbau einer Wärmepumpe in vielen Fällen interessant. Die Fördersätze haben sich durch die Bestimmungen des Klimapakets deutlich erhöht, wodurch sich Maßnahmen in größerem und kleinerem Umfang lohnen können.


    Bestandsgebäude mit Erd-Wärmepumpe
    Die Tabelle (zum Vergrößern klicken) zeigt die Änderungen in den Zuschüssen für den Einbau von Erd-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden für zwei typische Sanierungsfälle.
    Bei dem Sanierungsfall I liegt eine typische Bestandssanierung vor. Angenommen wird ein Einbau einer Sole/Wasser- oder Wasser/Wasser-Wärmepumpe und Erdwärmenutzung. Die Kosten für die Wärmepumpe und Erdwärmeerschließung sollten in einer Größenordnung von 20.000 € bis 25.000 € liegen. Zusätzlich wird die Wärmeversorgung im Gebäude umfänglich angepasst, bspw. durch den Umbau der Trinkwarmwasserbereitung oder die Anpassung von Heizkörpern, wodurch der effiziente Betrieb der Wärmepumpe gewährleistet wird. Für diese Maßnahmen ergeben sich Kosten von etwa 8.000 € bis 12.000 €.
    Während die alte BAFA-Förderung für diese typische Bestandssanierung eine Fördersumme von 4.500 € vorgesehen hatte, sind nach der neuen BAFA-Förderung deutlich höhere Beträge zu erwarten. Fördermittel in einer Höhe von knapp 10.000€ sind in jedem Fall vorgesehen; wird bspw. auch noch die alte Ölheizung ausgetauscht, sind sogar Fördersummen bis über 15.000 € möglich.
    Auch im Sanierungsfall II, einer schlanken Bestandssanierung mit nur wenigen Maßnahmen zur Anpassung der Wärmeversorgung , sind je nach Fall zwischen 7.500€ und 12.500€ Fördersumme möglich.


    Bestandsgebäude mit Luft-Wärmepumpe
    Bei dem Sanierungsfall I liegt wieder eine typische Bestandssanierung vor. Angenommen wird ein Einbau einer Luft/Wasser-Wärmepumpe und Umweltwärmenutzung aus der Luft. Die Kosten für die Luft-Wärmepumpe und Erschließung der Umweltwärme aus der Luft sollten zwischen 9.000 € und 13.000 € liegen. Die Wärmeversorgung im Gebäude wird wie im Beispiel oben umfänglich angepasst.
    Die alte BAFA-Förderung hat für diese typische Bestandssanierung eine Fördersumme von 2.000 € vorgesehen, nach der neuen BAFA-Förderung liegen diese bei knapp 6.000€; wird auch noch die alte Ölheizung ausgetauscht, sind sogar Fördersummen bis über 11.000 € möglich. Auch im Sanierungsfall II sind je nach Fall zwischen 4.000€ und 7.500€ Fördersumme möglich.


    Neubau mit Erd-Wärmepumpe
    Die nebenstehende Tabelle zeigt die Änderungen in den Zuschüssen für den Einbau von Erd-Wärmepumpen in Neubauten. Im Neubau sollten die Kosten für eine Erd-Wärmepumpe und die Erdwärmeerschließung ähnlich wie in einem Bestandsgebäude zwischen 20.000 € und 25.000 € liegen.
    Während die alte BAFA-Förderung hier eine Fördersumme von 4.500 € vorgesehen hatte, sind nach der neuen BAFA-Förderung deutlich höhere Beträge zu erwarten. Fördermittel in einer Höhe von ca. 7.000€ sind in jedem Fall vorgesehen. Eine Förderung zusätzlicher Kosten, z.B. für den Einbau größerer Heizflächen, ist nach heutigem Stand nicht möglich.


    Neubau mit Luft-Wärmepumpe
    Die nebenstehende Tabelle zeigt die Änderungen in den Zuschüssen für den Einbau von Luft-Wärmepumpen in Neubauten. Die Kosten für eine Luft-Wärmepumpe und die Erschließung der Umweltwärme aus der Luft liegen voraussichtlich zwischen 9.000 € und 13.000 € . Während die alte BAFA-Förderung eine Fördersumme von 2.000 € vorgesehen hatte, sind nach der neuen BAFA-Förderung deutlich höhere Beträge zu erwarten. Fördermittel in einer Höhe von ca. 3.000€ sind in jedem Fall vorgesehen. Eine Förderung zusätzlicher Kosten, z.B. für den Einbau größerer Heizflächen, ist nach heutigem Stand nicht möglich.

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Fachhandwerker-Suche

Wenn Sie den Einbau einer Wärmepumpe planen und bereits mit einer qualifizierten, unabhängigen Energieberatung die Optionen und Beschaffenheiten Ihres Gebäudes analysiert haben, geht es nun darum, den oder die geeigneten Fachkräfte des Handwerks zu finden.

Die KEAN plant, eine qualifizierte Datenbank für Niedersachsen aufzubauen. Bis diese erstellt ist, nutzen Sie bitte die "Fachpartner-Suche" des Bundesverbandes Wärmepumpe e.V.

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