Grosses Interesse am "Klima-Macher", dem gemeinsamen Messestand von KEAN und dem niedersächsischen Umweltministerium © Stefan Koch

„Klima-Macher“: Unser tägliches Handeln und seine Folgen fürs Klima 

KEAN und Umweltministerium bei der IdeenExpo 2019

„Ich dachte, ich tue meinen Kindern etwas Gutes, wenn ich sie an meinem freien Tag mit dem Auto zur Schule bringe,“ sinniert Riccarda, Mutter zweier Jugendlicher. „Aber das ist ja eigentlich Blödsinn“. Nur eine von vielen Aussagen am gemeinsamen Stand von KEAN und Umweltministerium unter dem Motto „Klima-Macher“. Eine spannende Mischung aus Wissensaustausch, Diskussion und Mitmachen prägte das Geschehen am Messestand. Die interaktiven Objekte führten zu oft überraschenden Erkenntnissen. Insbesondere am Klima-Styler mit seinen Upcycling-Aktionen und Textilprint von Klimaschutz-Slogans bildeten sich lange Schlangen. Auch die Exponate zu Mobilität und Ernährung stießen auf reges Interesse. Der Rekord der diesjährigen IdeenExpo mit über 395.000 Besucherinnen und Besuchern erreichte als große Welle den neuen Ausstellungsbereich „KlimaZone“.

In vielen offenen Gesprächen zeigte sich, wie die vorwiegend jungen Besucherinnen und Besucher durch die Beschäftigung mit den Exponaten angeregt wurden, sich mit den Auswirkungen ihrer täglichen Handlungen auf Umwelt und Klima zu beschäftigen. Vielen war vorher nicht bewusst, wie viel CO2 sie einsparen können, wenn konsequent auf den alltäglichen Wegen auf das Auto verzichtet wird. Auch dass ein veganes Essen nur rund ein Zehntel der CO2 -Emissionen von einem Rindfleisch-Gericht verursacht, sorgte für Aha-Momente. Deutlich wurde auch, dass nach dem langen Hitzesommer 2018 und der FridaysForFuture-Bewegung Klimaschutz ein Thema ist, das nicht nur die Jugend bewegt. Denn: Wir alle können unseren CO2-Fußabdruck beeinflussen und jeder einzelne kann im Alltag mehr für den Klimaschutz tun, indem wir bewusster konsumieren sowie den eigenen Lebensstil überdenken und ändern.

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin:

Ruth Märtin

0511 89 70 39-37

ruth.maertin [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Impressionen von der IdeenExpo 2019

Fotos: Stefan Koch

„KlimaZone“ 

Zum ersten Mal gab es bei der diesjährigen IdeenExpo eine eigene Themenhalle zu Klimawandel und Klimaschutz, die KlimaZone. Als Aussteller waren auch die KEAN und das niedersächsische Umweltministerium mit dem „Klima-Macher" dabei. 

Am Stand erfuhren die Besucherinnen und Besucher, welche Auswirkungen ihr tägliches Verhalten auf das Klima hat und was jede und jeder für mehr Klimaschutz machen kann. In den drei Bereichen „Klima-Styler“, „Klima-Tarier“ und „Klima-Tourer“ ging es spielerisch und anschaulich um die Folgen unserer Gewohnheiten bei Bekleidung, Ernährung und Mobilität: 

Upcycling mit Schablonen © KEAN

Der „Klima-Styler“ informierte zu den Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf Umwelt und Klima am Beispiel von Kleidung. Hier entsteht CO2 durch lange Transportwege, hohen Energieverbrauch bei der Herstellung, aber auch beim Gebrauch durch Waschen, Trocknen und Bügeln. Besonders der Trend zu "Fast Fashion" ist schlecht fürs Klima: Rund 60 Kleiderstücke kauft jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr, getragen werden die Sachen oft nur noch kurze Zeit. Verdoppelt man die Gebrauchsphase, werden 25 Prozent CO2 eingespart. Jedes fünfte Kleidungsstück hängt sogar ungetragen im Schrank. 

Nicht mehr gebrauchte Kleider kann man tauschen, spenden oder durch Upcycling weiternutzen. Als ein Beispiel für Upcycling wurden am Stand mit ein paar Handgriffen aus alten T-Shirts Taschen gebastelt. Diese wurden dann mit Klimaschutz-Slogans bedruckt werden. So wurden praktische Impulse gegeben, mit dem neu gewonnen Wissen den eigenen Kleiderkonsum zu hinterfragen. 

Fleisch ist meine Gemüse: Holzkugeln zeigen die große CO2-Bilanz © KEAN

Der „Klima-Tarier“ zeigte, wie sich unterschiedliche Ernährungsweisen auf das Klima auswirken: Rund ein Viertel der klimaschädlichen Emissionen entstehen weltweit durch die Lebensmittelproduktion. Unsere Ernährung ist auch der Grund für viele andere Umweltprobleme, z.B. führt Futtermittelanbau in südlichen Ländern zu Wassermangel und die Massentierhaltung zur Versauerung der Böden bei uns. Vor allem Fleisch- und Milchprodukte verbrauchen sehr viele Ressourcen wie Boden, Wasser und Energie und erzeugen große Mengen Treibhausgase. Auch Transport, Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln verursachen CO2. 

Die Besucherinnen und Besucher wurden angeregt, Lebensmittel wertzuschätzen und bewusst(er) einzukaufen. Denn durch Produkte, die regional, saisonal und bio sind kann jeder Einzelne viel für den Klimaschutz tun!

Auch das Problem der Lebensmittelverschwendung wurde thematisiert: Etwa ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel wird verschwendet, also weggeworfen obwohl es noch genießbar ist. In Deutschland landen pro Jahr und Kopf etwa 82 Kilo Lebensmittel in der Mülltonne. Diese Verschwendung belastet die Umwelt: Jährlich entstehen dadurch mehr als 38 Millionen Tonnen Treibhausgase, gut 43.000 Quadratkilometer landwirtschaftlicher Fläche werden genutzt sowie 216 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Für jedes Nahrungsmittel wird zudem Energie bei Herstellung und Transport verbraucht sowie Pflanzenschutzmittel und Dünger, die die Umwelt belasten. Auch ethisch ist das angesichts rund 800 Millionen hungernden Menschen auf der Welt problematisch.

Schiebregler zeigen die Emissionen auf der Reise nach Paris mit unter-schiedlichen Verkehrsmitteln © Stefan Koch

Am „Klima-Tourer“ gab es Tipps und Hinweise, wie man im Alltag und im Urlaub klimafreundlich unterwegs sein kann. Denn gerade der Verkehrssektor heizt dem Klima gewaltig ein: Ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO2 geht auf sein Konto. Denn obwohl die Motoren immer effizienter und sparsamer werden, steigen die verkehrsbedingten Emissionen Jahr für Jahr. Grund ist, dass jedes Jahr ca. 1 Millionen mehr Autos auf den Straßen sind und der Trend zu immer größeren, stärker motorisierten Fahrzeugen geht. 

Auch die Bequemlichkeit ist ein Problem: Nach Untersuchungen in deutschen Großstädten führen 40-50 Prozent der Autofahrten über eine Strecke von weniger als fünf Kilometern Länge. Sie liegen damit in einem Entfernungsbereich, in dem das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel ist. Rad fahren wird als Mobilität ohne schädigende Klimagase thematisiert, die zudem gut für die Gesundheit ist. Auch Kompensationsmöglichkeiten von den hohen Emissionen wurden aufgezeigt, die durch z. B . Flugreisen entstehen.

KEAN-Geschäftsführer Lothar Nolte betont zum Klima-Macher: „Der Klimawandel ist die Herausforderung unserer Zeit. Wir müssen umdenken, lernen und kreativ sein. Das betrifft alle Lebensbereiche, ob Wohnen, Mobilität, Energieerzeugung oder Konsum. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen gestaltet die Energiewende aktiv mit, fördert Bildung und setzt Impulse für mehr Klimaschutz. Mit unseren Exponaten zeigen wir, wie man als Klima-Macher im persönlichen Alltag für den Klimaschutz eintreten kann.“

Thementische vom Klima-Macher im Foyer des Umweltministeriums © Lotta Cordes

Nach dem Ende der Ideenexpo wurden einige der Exponate im Umweltministerium wieder aufgebaut: Im Foyer stehen drei Tische vom Klima-Tourer und Klima-Styler. Interessierte Besucher können sie sich dort gerne bis Ende Noivember anschauen. Besuchergruppen werden gebeten, sich vorab im Ministerium anzumelden.

Für die Zukunft ist geplant, die Exponate auch bei anderen größeren Veranstaltungen zu zeigen. 

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