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Aktuell: Neues Energiedienstleistungsgesetz tritt in Kraft

Der Bundesrat hat am 06.03.2015 dem Gesetzentwurf des Bundestages zur Änderung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) zugestimmt. Damit wird ein Teil der novellierten EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) auch in Deutschland umgesetzt. Sie sieht u.a. vor, die Energieeffizienz in der EU bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu steigern.

Ein zentraler Punkt ist die nun aufgenommene Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits nach DIN EN 16247-1. Diese Pflicht gilt branchenübergreifend für alle Unternehmen, die nicht die Kriterien für kleine oder mittlere Unternehmen der EU erfüllen (Nicht-KMU) und muss erstmals bis zum 5. Dezember 2015 umgesetzt werden.

Zu Nicht-KMU zählen danach Unternehmen mit mehr als 249 Mitarbeitern sowie einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. € oder einer Jahresbilanzsumme von mehr als 43 Mio. €. In diese Bemessung fließen auch etwaige Beteiligungen eines Unternehmens ein. Hält z.B. ein Unternehmen Anteile von 25 Prozent oder mehr (Kapital oder Stimmrechte) an einem anderen Unternehmen (und/oder andere Unternehmen an ihm), werden diese Anteile zu den eigenen Unternehmenswerten hinzugerechnet. Nicht-KMU können demnach eigenständige, verbundene oder Partnerunternehmen sein. Diese Regelung betrifft auch staatliche Beteiligungen, was insbesondere für öffentliche Unternehmen wie Stadtwerke oder Krankenhäuser relevant ist!

Das Energieaudit nach DIN EN  16247-1 für Nicht-KMU muss an jedem Standort eines Unternehmens oder dessen Tochterunternehmen durchgeführt werden (z.B. bei Banken, Versicherungen oder Supermärkten)  – ungeachtet der Größe des jeweiligen Standorts. Der Bundesrat bittet in einer Erklärung die Bundesregierung, beim Vollzug des Gesetzes insbesondere zu prüfen, ob bei vielen gleichartigen Standorten eines Unternehmens so genannte Multi-Site-Verfahren zugelassen werden können. Damit kann ein umfassendes Energieaudit für jeden einzelnen Standort vermieden werden.

Für ein Energieaudit werden im Unternehmen der Energieverbrauch ermittelt und dokumentiert sowie Verbesserungsmaßnahmen zur Energieeinsparung definiert. Das Energieaudit kann von einer externen oder einer unternehmensinternen Person durchgeführt werden. Die Unabhängigkeit, also die Hersteller-, Anbieter- und Vertriebsneutralität der Beratung muss aber in jedem Fällen gegeben sein. Ein abschließender Bericht über die ordnungsgemäße und fristgerechte Auditierung ist verpflichtend, jedoch besteht für das Unternehmen keine Informationspflicht darüber. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) führt zur Überprüfung stichprobenartig Kontrollen durch.

Das Energieaudit ist mindestens alle vier Jahre zu wiederholen. Alternativ zu einem Energieaudit genügt die Einrichtung eines zertifizierten Energie- oder Umweltmanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS. Eine Qualifizierung durch ein Umweltmanagementsystem nach DIN 14001 genügt nicht.

Betroffene Unternehmen sollten sich bei regionalen Energieagenturen und/oder qualifizierten Energieberatern informieren, ob und in welcher Form sie ein Energieaudit durchführen müssen. 

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen wird im Laufe des Frühjahrs zu den Inhalten  und Anforderungen des EDL-G eine Reihe von Veranstaltungen durchführen und Informationen bereitstellen.

Qualifizierte Energieberater für Unternehmen finden

Informationen zu Energieaudit DIN EN 16247-1

Merkblatt für Energieaudits des BAFA

Weitere Informationen zum Energiedienstleistungsgesetz beim BAFA

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Ihr Ansprechpartner:

Thorben Vahlenkamp

0511 897039-21

thorben.vahlenkamp [at] klimaschutz-niedersachsen.de