In Bad Iburg wurde durch den Einbau eine Mikrogasturbine sowie zwei Photovoltaik-Anlagen in der örtlichen Kläranlage der Energieverbrauch deutlich optimiert.             © Stadt Bad Iburg

Gutes Beispiel KWK: Energieoptimierung der Kläranlage Bad Iburg

Kläranlagen zählen zu den größten Stromverbrauchern einer Kommune. Die Stadt Bad Iburg im Landkreis Osnabrück zeigt, wie dieser Verbrauch durch den Einsatz einer Mikrogasturbine minimiert werden kann.

Mikrogasturbine der Kläranlage Bad Iburg © Stadt Bad Iburg

Durch den stetigen Strom- und Wärmebedarf der Kläranlage bietet sich der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung an. Das bei der anaeroben Schlammstabilisierung anfallende Faulgas wird nicht mehr über eine Gasfackel entsorgt, sondern für den Betrieb einer Mikrogasturbine zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet. Zusätzlich wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert. Diese Maßnahmen führten dazu, dass im Durchschnitt die benötigte Nutzwärme der Kläranlage vollständig und der Strombedarf anteilig gedeckt werden können. 2015 konnten über 40 Prozent des benötigten Stroms (etwa 195.000 KW) aus Faulgas und aus Sonnenenergie erzeugt werden.  

Die Mikrogasturbine hat eine maximale elektrische Leistung von 30 kW. Der Strom wird nahezu vollständig zur Abdeckung der elektrischen Grundlast genutzt. Mit der thermischen Leistung von 70 kW werden der Faulturm und die Betriebsräume beheizt. Zusätzlich wurden im März 2012 zwei Photovoltaik-Anlagen mit einer maximalen Leistung von 19 kW auf den Dächern der Kläranlage installiert.

Die Klärgasreinigung mittels Aktivkohle und die saubere Verbrennung in der Mikrogasturbine stellen auch ohne Abgasreinigung geringe Schadstoffemissionen sicher.

Das Engagement der Akteure aus Bad Iburg für den Klimaschutz überzeugte auch die Jury im von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen durchgeführten Wettbewerb „Klima kommunal 2014“, die das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt“ ausgezeichnet hat.