Das in der Kläranlage Harsefeld anfallende Faulgas erzeugt in einem Blockheizkraftwerk umweltfreundlich Strom und Wärme. © Samtgemeinde Harsefeld

Gutes Beispiel KWK: Energie- und CO2-Einsparung in der Kläranlage Harsefeld

In der Kläranlage der Samtgemeinde Harsefeld (Landkreis Stade) konnten mit Energiesparmaßnahmen Gebührensenkungen für die Bürger erreicht werden: Seit 1999 wird in der Kläranlage der Samtgemeinde Harsefeld das aus dem Klärschlamm entstehende Faulgas für den Betrieb des eigenen BHKW und damit zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt. Bis 2010 wurden damit ca. 50 Prozent des Strombedarfs gedeckt. Seitdem wurden 13 Maßnahmen in den Bereichen Energieeinsparung, Eigenenergieerzeugung und Reduzierung des Klärschlammaufkommens umgesetzt. Neue Leit- und Automatisierungstechnik führt zu einer effizienten und bedarfsgerechten Betriebsweise. Die Errichtung eines zweiten BHKW steigerte die Stromerzeugung im Jahr 2015 auf über 505.000 kWh und überstieg damit den Stromverbrauch der Kläranlage. Letztlich sind durch diese Optimierung sogar die Abwassergebühren für die Bürger gesunken. 

Faulturm der Kläranlage Harsefeld       © Samtgemeinde Harsefeld

Die Energieeinsparungen wurden durch die Erneuerung der Elektrotechnik sowie den Einsatz der modernen Leit- und Automatisierungstechnik realisiert. Dazu gehören ebenso effizientere Umwälzpumpen, die Motoren der Oberflächenbelüftung und die Laufzeitreduzierung von Belüftung und Rührwerk. Mit der Errichtung eines zweiten BHKW von 65 kW elektrischer Leistung, einer Photovoltaikanlage und der Abwärmenutzung zur Beheizung des Faulturms und der Betriebsräume wurde die Eigenenergieerzeugung ausgebaut. 

Das Klärschlammvolumen konnte durch die Installation einer Schneckenpresse zur Entwässerung und die Trocknung in der Presse über die Abgaswärmenutzung des BHKW reduziert werden. Ein beheiztes Klärschlammzwischenlager befindet sich in der Planung. 

Die umgesetzten Maßnahmen haben 2015 zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs im Klärwerk von 271.000 kWh bzw. 38 Prozent im Vergleich zu 2009 geführt. Dadurch konnten die Abwassergebühren trotz steigender Strom- und Personalkosten von 2,90 Euro pro m³ auf 2,72 Euro pro m³ gesenkt werden. Die Investitionen konnten durch die eingesparten jährliche Energiekosten seit 2009 bereits hundertprozentig refinanziert werden. Der spezifische Stromverbrauch lag 2015 bei 27 kWh pro Einwohnerwert im Jahr (EW*a, ein in der Wasserwirtschaft gebräuchlicher Vergleichswert).

Strombilanz der Kläranlage Harsefeld 2009-2015, Datenbasis: Samtgemeinde Harsefeld