Fachwerkstädte stellen mit Blick auf die Wärmewende eine besondere Herausforderung dar. Der Gebäudebestand ist nicht nur alt und hinsichtlich des Energieverbrauchs oft dringend sanierungsbedürftig, sondern der Gebäudebestand steht oft zu einem großen Teil oder komplett unter Denkmal- oder Ensembleschutz, was die Möglichkeiten der Sanierung einschränkt oder zusätzlichen Aufwand bedeutet. Zudem sind die Quartiere der historischen Stadtmitte stark verdichtet und bieten wenig Fläche für die Installation von Wärmepumpen, das Niederbringen geothermischer Bohrungen oder die Verlegung von Wärmenetzen. Immer mehr Fachwerkstädte suchen gegenwärtig praktikable Ansätze für die Wärmewende.
Die Stadt Einbeck bereitet die exemplarische Sanierung eines Fachwerk-Musterhauses (Denk!Mal) vor. Die Hansestadt Stade hat vor kurzem ihren Wärmeplan verabschiedet, der für die historische Altstadt den Bau eines Wärmenetzes vorsieht. In Celle, Wolfenbüttel, Hitzacker, Hannoversch-Münden und vielen anderen Städten wird ebenfalls für die Wärmewende geplant.
Das Ziel des Treffens „Fachwerk im Wandel 2025“ ist es zum einen, Personen, die sich in den Fachwerkstädten Niedersachsens um ein Vorantreiben der Wärmewende bemühen zu vernetzen. Dies können Vertreter:innen aus den Bauverwaltungen, dem Klimaschutzmanagement und dem Denkmalschutz sein sowie Architekten und Energieberater. Das zweite Ziel besteht darin, den inhaltlichen Austausch zu fördern und sich in einem eher informellen Rahmen gegenseitig über Problemlagen, Ideen, Projekte und Lösungsansätze zu informieren.
Programm
9:30 Uhr: Einlass
10:00 Uhr: Begrüßung
Klaus Benscheidt, Stadtbaurat der Stadt Wolfenbüttel
10:10 Uhr: Standortbestimmung. Wo steht Wolfenbüttel in der Wärmewende?
Emma Brandebusemeyer, Koordinatorin für die kommunale Wärmeplanung, Stadt Wolfenbüttel
10:30 Uhr: Denkmalschutz, Bauphysik und Energieeffizienz: ein Dilemma?
Architekt Dipl. Ing. Gerhard Krenz, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
11:00 Uhr: Effiziente Sanierungsmöglichkeiten mit Wärmepumpen für historische Fachwerkhäuser in städtischer Lage
Dipl. Ing. Marcus Haferkamp, Stiebel-Eltron
11:30 Uhr: Wo steht die Wärmewende in Niedersachsens Fachwerkstädten? Blitzlichter.
Einbeck, Jens Ellinghaus, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauen
Duderstadt, Anna-Lena Nordmann, Klimaschutzmanagerin
Hameln, Dirk Diekmann-Tirre, Denkmalschutz im Fachbereich Planen und Bauen
12:30 Uhr: Mittagspause
13:30 Uhr: Machbarkeitsstudie für ein Wärmenetz in der Stader Altstadt,
Matthias Müller, Stabsstelle "Stade 2040"
14:00 Uhr: Neue Positionen der Denkmalpflege zur Wärmewende
Dr.-Ing. Christina Krafczyk, Präsidentin, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege
14:40 Stadtplanung versus Planstadt: Das Gebaute und das Gelebte zusammenbringen
Prof. Dr.-Ing. Jan Büchsenschuß, Ostfalia Hochschule Wolfenbüttel
15:00 Uhr: Rückfragen und Diskussion, Abschluss der Tagung
15:30 Uhr: Kaffee- und Kuchenpause
16:00 Uhr: Stadtführungen durch Wolfenbüttels historische Altstadt
17:30 Uhr: Ende der Stadtführungen und Verabschiedung der Abreisenden
Im Anschluss: Ausklang und weiteres Netzwerken bei gemeinsamen Abendessen (auf Selbstzahlerbasis)