Nahwärmenetz in Steyerberg

Mit einem Nahwärmenetz in Steyerberg sollen einmal bis zu 450 Anschlüsse mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Seit 2010 hatten Einwohner und Kommune die Idee eines Wärmenetzes durch verschiedene Planungen und Voruntersuchungen vorbereitet. Im Jahr 2015 wurde die Genossenschaft Bürgerenergie Steyerberg Fernwärme gegründet. Nach ein paar Überraschungen soll die Wärme im Jahr 2025 ins Netz gehen.

Seit 2010 hatten Einwohner und Kommune die Idee eines Wärmenetzes durch verschiedene Planungen und Voruntersuchungen vorbereitet. Im Jahr 2015 wurde dann die Genossenschaft Bürgerenergie Steyerberg‑Fernwärme gegründet. Die Planungen wurden konkreter und Förderanträge wurden gestellt. 2019 kam der Zuwendungsbescheid des Förderprogramms Wärmenetze 4.0. Seit 2020 wird das Wärmenetz Stück für Stück gebaut - insgesamt 28,5 km wenn es fertig ist.

Die Wärme für das Netz sollte Abwärme aus dem Chemiewerk der Oxynova sein. Eine an sich gute und viel gelobte Idee, die aber einen Haken hatte. Denn die Oxynova stellte aufgrund der Preisturbulenzen der Energiekrise zum Jahresende 2022 den Betrieb ein. Wie sollte jetzt der Wärmebedarf von immerhin ca. 10 Mio. kWh pro Jahr gedeckt werden?

Die Genossenschaft Bürgerenergie Steyerberg‑Fernwärme handelte rasch und zielgerichtet. Zunächst wurde, um den Druck zu reduzieren, die Realisierung des Netz-Bauabschnitts 4 zurückgestellt. Eine vorübergehend Versorgung mit Wärme erfolgte dann durch die Abwärme des BHKWs der Biogasanlage, die bis dahin Wärme an die Oxynova geliefert hatte, sowie Öl-Redundanzkessel. Gleichzeitig begannen die Suche und Planung erneuerbarer Wärmequellen für die Zukunft. Schon im Juli 2024 wurden hierfür Bauanträge gestellt.

Auf einem rund 36.000 Quadratmeter großen Gelände neben der Biogasanlage entstehen jetzt ein ca. eineinhalb Hektar großes thermisches Sonnenkollektorfeld, ein Holzhackschnitzelkessel und ein 20 Meter hoher Warmwasserspeicher. Die wichtigste Wärmequelle im zukünftigen Wärmemix werden aber Wärmepumpen sein. Fünf Luftwärmepumpen mit zusammen 1.000 kW Leistung werden zusammen mit der Biogasanlage und dem Holzkessel die Wärme ins Netz einspeisen und den Speicher laden. Im Fernwärmenetz arbeiten zusätzlich noch zwei je 900 kW starke Boosterwärmepumpen, die quasi unterwegs den Vorlauf des Wärmenetzes nochmal aufheizen. Steyerberg wird damit ein ganzes Spektrum der als zukunftsfähig geltenden grünen Wärmequellen im Einsatz haben. Die Anlagen sollen noch 2025 in Betrieb gehen.

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